Öko-Steuerreform:

„Klimafreundliches Verhalten wird günstiger“

Politik
14.09.2021 16:51

Ab 2040 will Österreich klimaneutral sein - 20 Jahre haben wir also noch. Dass wir mitten in der Klimakrise stecken, kann inmitten von Dürren, Wetterextremen und Waldbränden niemand Vernünftiger mehr leugnen. Die nächsten großen Schritte in Österreich, um sie zu bekämpfen, sind das Klimaticket und die ökosoziale Steuerreform, und dazu war Klimaschutzministerin Leonore Gewessler bei krone.tv im Gespräch mit Damita Pressl.

Aus dem 1-2-3-Klimaticket wurde das „Klimaticket Now“ - wohl deswegen, weil die „eins“ und die „zwei“ noch in Arbeit sind, auch mit der Ostregion wird noch verhandelt. Aber Gewessler wollte starten, denn: „Seit 15 Jahren steht dieses Ticket in Regierungsprogrammen. Ich will die Menschen nicht mehr länger warten lassen.“ Bis zum geplanten Start am Nationalfeiertag könnten die Verhandlungen mit der Ostregion durchaus abgeschlossen sein: „Wir sind in sehr konstruktiven und sehr intensiven Verhandlungen.“

„Ab ersten Oktober startet der Vorverkauf zu einem Spezialpreis“, freut sich Gewessler. „Parallel dazu arbeiten wir an den Bundesländertickets. Ihnen ist es enorm wichtig, dass die ‚Einserstufe‘ Sache der Bundesländer bleibt“ - das erklärt also, warum das 1-2-3-Ticket in der Form nicht kommt und die regionalen Tickets regionale Kompetenz bleiben. Hier kommt es auch zu unterschiedlichen Preisen.

Und was bringt die ökosoziale Steuerreform, die im neuen Jahr kommen soll? Wird unser Leben teurer? „Klimafreundliches Verhalten wird günstiger - das soll ein Vorteil sein. Die, die sich bewusst dafür entscheiden, mit dem SUV durch die Innenstadt zu fahren, sollen einen gerechten Preis dafür zahlen. Denn die Kosten dafür tragen ja auch wir alle. CO2 wird einen Preis bekommen. Aber es gibt inzwischen Alternativen.“ Schon jetzt seien E-Autos günstiger, auch beim Heizen gebe es klimafreundliche Möglichkeiten. „Diesen Umstieg - den befördert eine Ökosteuerreform.“

Diese Steuerreform ist für die Grünen das Leuchtturmprojekt schlechthin; daran werden ihre Unterstützer wohl messen, ob es die vielen Kompromisse in der Koalition, etwa im Bereich der Migrationspolitik, wirklich wert war. Für Gewessler ist klar: „Wir haben eine historische Aufgabe. Wir sind die letzte Generation, die der Klimakrise politisch etwas entgegensetzen kann. Das war mein Ansporn, in die Politik zu gehen.“

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