Als die harte Schlacht geschlagen war, kniete Peter Herzog kurz nach dem Ziel vor totaler Erschöpfung nieder, strahlte aber wenig später schon übers ganze Gesicht, freute sich riesig, dass er seinen ersten olympischen Marathon durchgestanden hatte! Eine heldenhafte Leistung bei diesen extremen Bedingungen von Sapporo. „Es war eine unglaublich harte Reise. Auf sportlicher Ebene der längste Leidensweg, den ich jemals gemacht habe!“
„Natürlich war die Zeit, die ich gelaufen bin, nicht das, wasich eigentlich drauf habe! Das Rennen war heute sehr früh hart geworden. Schon bei Kilometer 10 habe ich gemerkt, dass es sehr, sehr lang bis ins Ziel wird“, erzählte der 34-Jährge, als er wieder zu Kräften gekommen war. Nach 2:22:15 Stunden hatte er als 61. das Ziel erreicht. „Es war heute ein verrücktes Rennen, es ist schließlich das größte Meisterschaftsrennen der Welt, da ist einfach alles anders, für mich eine grenzgeniale Erfahrung!“ Da spielte an diesem Tag die gelaufene Zeit am Ende wirklich keine Rolle. Die oberste Devise war, die 42,195 km zu überleben, bloß nicht aufzugeben. Allein 30 der 106 gestarteten Läufern kamen nicht durch. Darunter leider auch Lemawork Ketema, dessen alte Oberschenkelverletzung auftrat und ihn zur Aufgabe zwang.
„Solche Begeisterung noch nie erlebt!“
Peter Herzog hingegen wurde von den Fans förmlich bis ins Ziel getragen. „Das Publikum hat sicher geholfen“, wusste der Salzburger, „so etwas an Begeisterung habe ich noch nie erlebt. 42 Kilometer lang war es an der Strecke ein unglaubliches Publikum, die Japaner haben durchgehend geklatscht, das war Emotion auf höchstem Niveau.“ Ganz zum Abschluss der Spiele also doch wenigstens einmal olympisches Flair! „Nach der letzten, harten Woche hatten wir Läufer uns aber alle so etwas verdient. Das war heute einfach eine Genugtuung, ein Riesenabschluss, die Stimmung war unglaublich gut, ein emotionaler Ritt!“
„Ein hochklassiges Rennen“
Auch Herzog-Trainer Hannes Langer strich in seinem Fazit das Publikum heraus: „Es war eine perfekt organisierte Veranstaltung, man kann den Japanern nur aufrichtig gratulieren, es war eine tolle Strecke, alles super! Das Auffälligste aber waren vielleicht die Zuschauer, die jedem Läufer immer sehr freundlich applaudiert haben.“ So entstand jene Atmosphäre, die die Marathon-Helden verdient hatten. Langer: „Es war ein hochklassiges Rennen, ein olympischer Marathon auf höchstem Niveau.“ Gekrönt einmal mehr von Eliud Kipchoge, dem Größten aller Zeiten, der zum zweiten Mal nach Rio 2016 olympisches Gold gewann und das schaffte, was bisher nur Abebe Bikilia (1960 und 1964) sowie Waldemar Cierpinksi (1976 und 1980) gelungen war - den olympischen Marathonsieg zu wiederholen.
Noch professioneller in Paris 2024
Für Peter Herzog, so Hannes Langer, sei es die „heutige Herausforderung“ gewesen, in einem so gewaltigen Klassefeld zu bestehen. „Peter war sicher sehr gut in Form, heute war es für ihn die neue Erfahrung, in einem so dichten Feld zu laufen.“ Was ihm bei den schwierigen Bedingungen gut gelungen war. Langer: „Auch wenn es nicht ganz so heiß war wie tags zuvor, herrschten mit der hohen Luftfeuchtigkeit und dem Wind sehr, sehr schwierige äußere Bedingungen.“ Als Trainer habe er wieder einmal viel dazu gelernt. „Die Erwartung war vielleicht, was den Peter anbelangt, ein bisschen höher, aber er ist zufrieden und ich bin es auch mit ihm, ich freue mich mit ihm, dass er dieses Erlebnis hat positiv abschließen können! Ich glaube, dass wir auf Seiten der österreichischen Leichtathletik aus dieser Veranstaltung viel mitnehmen sollten und die Spiele in Paris in drei Jahren eventuell mit einem noch größeren Team unter noch professionelleren Bedingungen als schon jetzt ansteuern können.“ Der Coach dankte ausdrücklich dem ÖOC und dem ÖLV für die Unterstützung und das Vertrauen in den letzten Jahren: "Nur so konnten wie in Sapporo dabei sein!
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