Sechs Stunden lang trug der Gmundner Chefinspektor Martin Loitlesberger (47) den kleinen Emil ins Tal hinab, brachte ihn in Sicherheit, nachdem Papa und Onkel sich mit dem Knirps im Höllengebirge heillos verstiegen hatten. Im Interview berichtet er vom Abstieg.
„Krone“: Sie sind seit 21 Jahren bei der Alpinpolizei, das war dennoch kein normaler Einsatz.
Martin Loitlesberger: Nein, diese Rettungsaktion war außergewöhnlich. Allein schon, weil der Hubschrauber die Bergsteiger zwar noch orten konnte, eine Bergung aus der Luft aufgrund der Wetterlage aber nicht mehr möglich war. Wir mussten terrestrisch bergen, so wie früher. In so einer Intensität ist ein Einsatz selten.
Sie haben den Buben hinuntergetragen.
Ja, wir haben zum Glück einen guten Zugang zueinander gehabt. Er war gar nicht „gschamig“. Ich hab selbst zwei fast erwachsene Söhne, aber ich weiß noch, wie man ein Kind bei Laune hält. Er hat mir vom Kindergarten erzählt.
Emil hat nie gejammert?
Doch, zwischendurch war es ihm dann doch zu viel. Da hat er geweint und nach der Mama gerufen. Aber dann haben wir ihm zu trinken gegeben, sein Papa hat Zuckerln mitgehabt. Wir haben ihn in der Trage extra angegurtet, damit er beim Abseilen nicht herausfallen kann. Es war eine große gemeinschaftliche Leistung, alle drei gut runterzubringen.
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