Mit relativ geringem Aufwand kann der Hochblanken im Bregenzerwaldgebigre erklommen werden. Eine Tour durch eine schwelgerische Blumenpracht - und mit tollen Ausblicken.
Der Hochblanken ist ein schroff abfallender 2068 Meter hoher Gipfel in den Damülser Bergen des Bregenzerwaldgebirges. Um das hölzerne Gipfelkreuz zu erreichen, startet man von Damüls entweder zu Fuß oder mit dem Uga-Express (Sessellift) in Richtung Bergstation direkt gegenüber dem Gasthof Elsenalpstube (1830 m). Von dort marschiert man zunächst entlang eines beschilderten Güterwegs vorbei an der Vorderen Ugaalpe und dem nahegelegenen Bergsattel Ugner Höhe. Ein weiß-rot-weiß markierter Wanderweg führt anschließend über Weidegründe am Fuße der imposanten Damülser Mittagsspitze vorbei, die wie ein gewaltiger Schiffsbug 2095 Meter in die Höhe ragt. Sie ist wohl das bekannteste Wanderziel in der Region. Eine Tour auf den Hochblanken ist jedoch familienfreundlicher und nicht weniger lohnenswert.
Von orange und gelb bis tiefblau und violett
Mit Ausblick auf die Mittagsspitze geht es vorbei an einem Speicherteich und zum Skilift auf der Zwischenerhebung Hohes Licht. Beeindruckend ist die Vielzahl an Alpenblumen, die entlang der Strecke gedeihen: der Gold-Pippau blüht in orange und gelb, Enzian, Glockenblumen und Schusternägele sorgen für tiefblaue bis violette Farbkleckse, dazwischen blühen Margeriten, Alpenkuhschellen, Kohlröschen und anderes mehr. Hobby-Botaniker sollten auf jeden Fall ein entsprechendes Nachschlagewerk mit sich führen und etwas mehr Zeit für die Tour einplanen, da es viel zu entdecken gibt.
Das Panorama während dieser kurzen Tour ist auch dann beeindruckend, wenn die Sonne sich bedeckt hält. An solchen Tagen ist ein imposantes Licht- und Schattenspiel zu beobachten, wenn die Wolken an den scharfen Bergkanten brechen wie Meereswellen an steilen Klippen. Ungefähr 15 bis 20 Minuten, nachdem der Skilift Hohes Licht passiert wurde, beginnt der steile jedoch kurze Aufstieg auf den Hochblanken. Ein schmaler, ausgewaschener Fußpfad schlängelt sich auf der Rückseite des Berges empor. Direkt unterhalb des Weges an der Bergflanke hat sich hartnäckig noch ein letztes Schneefeld gehalten, das zwischen grünen Alpwiesen merkwürdig fehl am Platzt wirkt. Bald ist der anstrengendste Teil der Tour geschafft, und der Wanderer steht beim Gipfelkreuz. Von dort bietet sich ein wunderbarer Weitblick.
Schmetterlinge bei der Nahrungssuche
Hinter Damüls ist die Rote Wand zu sehen, auf der einen Seite des Faschinajochs der Zitterklapfen und das Zafernhorn, auf der anderen Seite das Glatthorn. Der ausladende Gipfelbereich des Hochblanken lädt zum Picknicken ein. Wer hier ein wenig verweilt, kann zudem verschiedene Schmetterlinge bei der Nahrungssuche beobachten. Mit etwas Glück zeigt sich einem sogar der prächtige Schwalbenschwanz. Dieser zählt zu den schönsten europäischen Tagfaltern. Charakteristisch und eindrucksvoll ist sein flatternder und segelnder Flug. Das markanteste sowie namensgebende Merkmal dieser Art ist jedoch der schwanzförmige Fortsatz an den Hinterflügeln, der an die verlängerten Schwanzfedern der Rauchschwalbe erinnert. Mit bis zu acht Zentimetern Flügelspannweite ist der Falter einer der größten Schmetterlinge in Mitteleuropa.
Wertvoller Rückzugsort
Damit sich die verstreut lebenden Männchen und Weibchen zur Paarung finden, versammeln sie sich zum Balzflug gerne auf Hügelkuppen. Die Exemplare, die man um diese Zeit beobachten kann, gehören bereits zur zweiten Generation des Jahres, welche sich durch kräftige Farben und gelb bestäubte schwarze Zeichnungselemente von der ersten unterscheidet. Die Art gilt in Vorarlberg als potenziell gefährdet, da ihr bevorzugtes Habitat - naturnah genutzte Wiesen - immer kleiner wird. Daher sind sonnige Magerwiesen wie jene am Hochblanken ein wertvoller Rückzugsort für viele verschiedene Insekten.
Nach einer Pause kann man entweder den gleichen Weg retour zur Bergstation des Uga Express wählen. Oder aber man erweitert die Tour zu einer Rundwanderung über den Ragazer Blanken und wandert von dort zur Talstation des Sessellifts nach Damüls.
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