„Vögels Lexikon“

Empathie auf Vorarlbergisch: „Isch dr uwohl?“

Vorarlberg
25.02.2026 12:51

Der Vorarlberger Dialekt hat bekanntlich seine Eigenarten, insbesondere im Osten Österreichs versteht man nicht immer, was einem der Alemanne sagen will. Der Kabarettist und Autor Stefan Vögel will mit „Vögels Lexikon“ Abhilfe schaffen und Brücken bauen. Heute erklärt er das Gefühl der „Uwöhle“.

Wohl und uwohl (unwohl) sind zwei Eigenschaftswörter, die wie im Hochdeutschen das Befinden des Alemannen ausdrücken. Mindestens so oft verwendet der Voradelberger diese beiden Vokabeln jedoch in der weiblichen Hauptwortform Wöhle bzw. Uwöhle (Wohlsein resp. Unwohlsein), um seine momentane Verfassung auszudrücken: „Ischt mir hüt a Wöhle/Uwöhle!“ (oder auch „Han i hüt a Wöhle/Uwöhle!“).

Diese Zustandsbekundung kann ganz allgemein bleiben wie im soeben genannten Fall, bei welchem wir nicht wissen, was oder wer das Wohlbefinden des Sprechers resp. dessen Fehlen verursacht hat – entweder, weil der Betroffene es nicht offenbaren will oder weil er den Grund dafür ebenfalls nicht kennt und sich daher ganz allgemein wohl oder unwohl fühlt.

Genauso häufig wird der Alemanne im sprachlichen Alltag aber die Ursache für seinen aktuellen Körper- oder Geisteszustand etwas näher erläutern, wie etwa hier: „I ha so a Uwöhle hüt – I glob, i han eppas schlechts g´essa!“ oder wie in diesem Beispiel: „Alle sind us em Hus und I ka tua, was I will – I spür so Wöhle!“. Ein feiner, aber wichtiger Unterschied besteht darin, ob man uwohl mit dem Hilfsverb haben verwendet oder mit sein.

I ha uwohl (oder auch: mir ischt uwohl) kann sich auf beliebige Gründe für das Unwohlsein beziehen; I bi uwohl dagegen kennzeichnet nur einen einzigen Zustand, den zudem nur Frauen besitzen und damit auch nur diese äußern können: wenn sie ihre Menstruation/Tage haben.

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