Posten ein Jahr vakant

Pozzo neuer Vorstandschef von Krisenfirma Wolford

Vorarlberg
25.02.2026 15:57
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Der Aufsichtsrat der kriselnden Wolford AG hat beschlossen, Marco Pozzo mit Wirkung zum 1. März zum Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzenden des Vorstands zu ernennen. Er tritt einen harten Job an. 

Marco Pozzo ist bereits seit dem Sommer 2025 Mitglied des Vorstands des Textilunternehmens und fungierte bisher als stellvertretender CEO. Die Dauer der bestehenden Vorstandsbestellung bleibt unverändert und endet am 7. Juli 2028. Als Begründung für die Beförderung führte der Aufsichtsrat in einer Aussendung die exzellenten Leistungen von Marco Pozzo seit Beginn seiner Tätigkeit für die Wolford AG an.

So habe er als Vorstandsmitglied wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen und Initiativen zur Stärkung des Kundenvertrauens initiiert und begleitet, zudem sei er stark in die strategische Prioritätensetzung involviert gewesen. Pozzo folgt somit Regis Rimbert nach, wobei von einem fließenden Übergang keine Rede sein kann: Rimbert war nur kurz CEO bei Wolford, nach einem halben Jahr schied er am 14. Jänner 2025 bereits wieder aus dem Vorstand aus. Somit war die Topposition über ein Jahr lang unbesetzt.

Tief in den roten Zahlen
Das einstige Vorarlberger Paradeunternehmen, das mittlerweile zu knapp 75 Prozent der chinesischen Fosun-Gruppe gehört, hat seit Jahren mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2025 soll am 30. April veröffentlicht werden. Jubelstürme wird es wohl keine auslösen: Allein im ersten Halbjahr 2025 hat Wolford im operativen Geschäft vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Verlust von rund 22,8 Millionen Euro verbucht.

Der Wolford-Hauptsitz in Bregenz wird 2027 aufgelöst.
Der Wolford-Hauptsitz in Bregenz wird 2027 aufgelöst.(Bild: Wolford)

Zukunft ungewiss
Fraglich ist auch, ob das Unternehmen in Vorarlberg überhaupt noch eine Zukunft hat: Der Hauptsitz in Bregenz ist bereits im Jahr 2020 für 72 Millionen Euro an den Beschlägehersteller Blum verkauft worden, der Mietvertrag läuft am 30. April 2027 aus. Wohin es den Konzern danach zieht, ist noch völlig offen.

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