04.08.2021 21:30 |

Inferno am Mittelmeer

Brände bedrohen Kraftwerk und antikes Olympia

In den Brandgebieten in der Türkei haben die Flammen ein Kohlekraftwerk erfasst. „Der Brand ist auf das Gelände des Kraftwerks übergesprungen“, twitterte am Mittwochabend der Bürgermeister von Milas, Muhammet Tokat. Das Kraftwerk nahe der Westküste der Türkei sei vollständig geräumt worden. In der Türkei wüten bei großer Hitze und starken Winden seit Tagen verheerende Brände, auch in Griechenland und Italien sind bereits ganze Landstriche verkohlt. In Griechenland ist das antike Olympia akut bedroht.

In der Türkei kam für acht Menschen jede Hilfe zu spät. Derart große Brände habe es seit mehr als zehn Jahren nicht gegeben, sagte Doganay Tolunay, Forstingenieur an der Istanbul-Universität. 2008 habe es zuletzt Feuer ähnlicher Ausmaße gegeben. Das türkische Forstamt teilte am Mittwoch mit, acht Brände seien weiterhin nicht unter Kontrolle.

Gewaltige Rauchglocke über Athen
Die Feuerwehr in Griechenland spricht von einem Teufelskreis: Der Wind in der Brandregion im Norden Athens ließ am Mittwoch nach, sodass das Feuer eingedämmt werden konnte. Dafür steckt die Stadt jetzt unter einer gewaltigen Rauchglocke, die sich mangels Wind nicht verflüchtigt. Helfen würden nur frische Böen, doch die könnten das Feuer neu entflammen. Mehr als 80 Häuser in der Region sind den Flammen bisher zum Opfer gefallen.

Feuer gab es auch auf der Halbinsel Peloponnes und den Urlaubsinseln Rhodos und Kos sowie auf der Insel Euböa. Insgesamt kämpft die Feuerwehr in Griechenland gegen 40 größere Brände, landesweit sind ersten Schätzungen zufolge Hunderte Häuser verbrannt oder beschädigt worden.

„Wir haben eine Verteidigungslinie rund um die antike Stätte gebildet“
Ein neuer Waldbrand gefährdet das Dorf Olympia auf dem Peloponnes. Der Zivilschutz ordnete am Mittwochnachmittag per SMS an die Einwohner an, den Ort zu verlassen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die berühmte antike Stätte Olympia, bei der vor den Spielen stets das Olympische Feuer entzündet wird. „Wir haben eine Verteidigungslinie rund um die antike Stätte und das Dorf gebildet“, sagte der Gouverneur der Region. Reporter berichteten, das eigene Löschsystem der antiken Stätte sei aktiviert worden. Wasserkanonen besprühen alles um und in Olympia.

Auch in Süditalien keine Entspannung in Sicht
Auch in Italien kämpfen die Feuerwehren weiter gegen die Flammen. Die Einsatzkräfte sprachen von mehr als 500 Waldbrandeinsätzen. Mehr als die Hälfte davon gab es in Sizilien, Kalabrien und Apulien. Die Flammen lodern an Ständen, Ferienorten, in Wäldern und um Wohngebiete. Der Zivilschutz stufte die gesamte Insel Sizilien in die höchste Brandrisikostufe ein. Für Palermo und Catania sind Temperaturen um die 40 Grad prognostiziert.

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