Italien, Kroatien ...

„Ascheregen“: Leser berichten aus Brand-Gebieten

Ausland
03.08.2021 19:55

Mitten in der Urlaubssaison wüten in der Türkei, in Griechenland, in Kroatien und auch in Italien (siehe Video oben) die Flammen und extreme Hitze - krone.at berichtete ausführlich. Jetzt berichten auch betroffene „Krone“-Leser selbst.

In Griechenland werden die Brände durch eine historische Hitzewelle angeheizt. Seit über einer Woche klettern die Temperaturen auf über 40 Grad. In Mittelgriechenland und auf dem Peloponnes werden bis Freitag Spitzenwerte von bis zu 46 Grad erwartet. Die Brandgefahr werde angesichts der Dürre auch nach dem Ende dieser Hitzewelle enorm sein, warnten Meteorologen: Würden Winde einsetzen, könne es zu verheerenden Feuern kommen.

Waldbrände in der Türkei:

Waldbrände im Urlauberparadies
Auch in der Türkei kämpfen die Menschen weiter gegen Waldbrände und extreme Hitze. Bisher kamen acht Menschen ums Leben. In Kroatien lodern in der Region um Split mehrere Waldbrände. Etwas beruhigt hat sich die Lage in Bulgarien und in Italien. Bei unseren südlichen Nachbarn jagt man nun nach Brandstiftern, die aus bauspekulativen Gründen Hunderte Feuer gelegt haben sollen.

Von teils beklemmenden Momenten während ihres Urlaubes in den betroffenen Ländern wissen nun auch die „Krone“-Leser selbst zu berichten:

„Es hat Asche geregnet“
Familie Flandorfer (NÖ) urlaubt gerade auf Colakli in der türkischen Provinz Antalya: „Zuerst war es wie immer, der Himmel superblau“, so Sabrina Flandorfer. Bis eine Rauchwolke aufzog. „Es ging alles schnell. Die Sonne war weg, der Himmel verdunkelte sich. Wir waren in Panik, gerade mit zwei kleinen Kindern ist das ein Wahnsinn. Es gab kaum Infos, wir wussten nicht, ob das Feuer zu uns kommen würde. Wir packten einen Rucksack, waren jederzeit bereit, um zum Strand zu laufen und ins Wasser zu flüchten. Es hat Asche geregnet, wir konnten nicht hinaus, konnten kaum atmen. Drei Tage ging das so, dann wussten wir, das Feuer zieht vorbei. Ein Horror. Aber das war halt Pech: Wir sind Colakli-Liebhaber, wir kommen wieder.“

Familie Flandorfer wurde vom Feuer in der Türkei überrascht. (Bild: Sabrina Flandorfer)
Familie Flandorfer wurde vom Feuer in der Türkei überrascht.

„Plötzlich war der Himmel rot“
Seinen Urlaub auf Trogir in Kroatien wird der Steirer Marcel Pail (26) nicht vergessen: „Plötzlich war der ganze Himmel rot“, berichtet er vom Moment, als es in der Nähe seines Ferienhauses plötzlich brannte: „Es war wie ein Sonnenuntergang.“ Angst hatte er aber keine: „Es kamen Löschflugzeuge, mehr als 50 Einsätze habe ich gezählt.“

Marcel Pail ist in Kroatien. (Bild: Marcel Pail)
Marcel Pail ist in Kroatien.

„Es brennt auch in Albanien extrem“
Einige „Krone“-Leser berichten auch von Bränden, die sie während ihres Urlaubes in Albanien miterleben. „Wir sind gerade in Albanien, konkret in der Nähe von Vlora Radhime“, schreibt uns etwa Simone Merovci, „und es brennt auch hier extrem.“ Ihr Foto beweist es: Sie schickte uns ein Bild mit der Aussicht vom Balkon des Hotelzimmers mit einem roten, rauchwolkenbehangenen Nachthimmel.

Simone Merovci schickte dieses Foto aus Albanien. (Bild: Simone Merovci)
Simone Merovci schickte dieses Foto aus Albanien.

„Die Hitze ist ein großes Problem“
Burgenländer Rudi Treiber hat Ferienhäuser in Selianitika am Korinthischen Meer in Griechenland. „Bei mir in der Nähe brennt es zum Glück nicht mehr“, berichtet er uns, „aber wir sehen die Löschflugzeuge, die Wasser aus dem Meer aufnehmen, um damit die Waldbrände, die fünf Kilometer entfernt wüten, zu löschen. Die Hitze ist ein großes Problem, wir haben auch jetzt wieder 48 Grad.“

Rudi Treiber betreibt Ferienhäuser in Griechenland. (Bild: zVg)
Rudi Treiber betreibt Ferienhäuser in Griechenland.

Von belastender Hitze im beliebten Urlaubsland weiß auch „Krone“-Journalist Thomas Psutka zu berichten. Er weilt ebenfalls gerade in Griechenland, konkret auf Zakynthos: „Aktuell hat es hier 34 bis 37 Grad, gefühlt aber 40.“ Die Insel blieb bisher großteils verschont - zumindest von weitflächigen Waldbränden.

Brandbekämpfung auf Rhodos (Bild: EPA)
Brandbekämpfung auf Rhodos
„Krone“-Journalist Thomas Psutka ist derzeit auf Zakynthos. (Bild: zVg/Psutka)
„Krone“-Journalist Thomas Psutka ist derzeit auf Zakynthos.

„Einwohner sprechen von einem Jahrhundertfeuer“
Caritas-Wien-Geschäftsführer Klaus Schwertner und seine Familie urlaubten im Westen Sardiniens, in der Nähe von Cuglieri. „Wir waren dort schon öfters, es gab immer wieder Brände. Aber heuer war die Situation eine andere: Es war unglaublich heiß, fast 40 Grad, dazu starker, heißer Wind. Einheimische sprechen von einem Jahrhundertfeuer.“ Das Feuer sei ganz in der Nähe des Appartements ausgebrochen, habe schnell bewohntes Gebiet erreicht: „Wir waren gerade am Strand, badeten, als wir die gigantische Rauchsäule sahen. Es war beunruhigend. Am Abend war auch bei uns im Ort starker, beißender Rauch, die Kinder fürchteten sich sehr.“

Caritas-Wien-Chef Klaus Schwertner berichtet aus Sardinien. (Bild: zVg/Schwertner)
Caritas-Wien-Chef Klaus Schwertner berichtet aus Sardinien.
Klaus Schwertner (Bild: Zwefo)
Klaus Schwertner

Etwa 400 Menschen mussten in der Umgebung evakuiert werden, ca. 30.000 Hektar Land verbrannten, hilflos leider auch Schafe, Ziegen, Pferde, Wildtiere. „Vor allem für die Bauern sind die Schäden enorm. Die Solidarität aber war beeindruckend: Tierärzte behandelten kostenlos, Restaurants spendeten ihre Tagesumsätze.“

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