25.07.2021 08:56 |

Festspieleröffnung

Suche nach Utopien mit Festredner J. Nida-Rümelin

„Der moderne Mensch kann nicht ohne Utopie leben, wird aber durch den Utopismus gefährdet. Ein pragmatischer Humanismus ist die Alternative in unübersichtlichen Zeiten“: Für Julian Nida-Rümelin, den deutschen Philosophen und Polit-Theoretiker, ist das der Ansatz für seine Festrede bei den Salzburger Festspielen.

„Er ist der ideale Festredner für das 100-Jahr-Jubiläum der Festspiele“, sagt Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele. „Er ist einer der herausragenden Intellektuellen unserer Zeit. Seine Weltsicht wurzelt in der Idee der Aufklärung und dem europäischen Erbe. Hellsichtig analysiert er den Zustand unserer Gesellschaft.“

Heute, Sonntag (ab 11 Uhr), hält Julian Nida-Rümelin die Festrede im Rahmen der Eröffnung der Festspiele, in der er über „Eine humanistische Utopie“ sprechen wird. Ausgangspunkt ist dabei die Utopie des Friedens, die schon bei der Gründung der Festspiele 1920 eine entscheidende Rolle spielte, zum anderen „stellt sich inmitten einer der großen Menschheitskrisen die Frage nach einer besseren Welt besonders dringlich“. Interessant, wie er seinen Humanismus als Gegenstück zum Denken einer Silicon-Valley-Ideologie herausarbeitet. Und er warnt vor allem davor, künstliche Intelligenz und künstliches Leben zum Religionsersatz werden zu lassen.

Nida-Rümelin, 1954 in München geboren, arbeitete nach seinem Studium als Professor in den USA, in Tübingen und Göttingen, lehrt seit 2009 Philosophie in München: Ethik, Rationalitätslehre, politische Philosophie und Kulturtheorie sowie Sozial-, Staats- und Rechtsphilosophie sind die Schwerpunkte.

Zwischen 1998 und 2002 war er auch in der Kulturpolitik in München tätig, wurde Kultus-Staatsminister unter dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Er ist u. a. Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste und Vorsitzender des Deutschen Ethikrats. 2019 erhielt er auch den Bruno-Kreisky-Preis für das beste politische Buch des Jahres.

Dr. Karl-Heinz Roschitz
Dr. Karl-Heinz Roschitz
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