Hochwasser im Pinzgau

Millionen Liter Wasser erschweren das Aufräumen

Salzburg
20.07.2021 20:05

Der Pinzgau ist nach wie vor in Teilen unter Wasser. Die Helfer werken am Maximum - gerade in Mittersill und Zell am See gibt es Schwierigkeiten. Auch das Heer soll helfen.

Der Pinzgau ist und bleibt weiterhin Hochwassergebiet. Hunderte Helfer und Ehrenamtliche sind seit Samstagabend im Dauer-Einsatz. Das Positive: Die Pegelstände der Flüsse sind alle im grünen Bereich. Aber: Weite Flächen des Bezirks stehen noch unter Wasser. „Millionen Liter an Wasser“ verteilen sich auf Wiesen und Felder. „Es gibt einige neuralgische Punkte“, erklärt Bezirkshauptmann Bernhard Gratz.

Bundesheer wurde für Mittersill angefordert

Das Mittersiller Gewerbegebiet Rettenbach ist noch überschwemmt. Das größte Problem: „Dort ist der Schlamm mit Mineralölen kontaminiert. Das muss ordnungsgemäß entsorgt werden, um keine Umweltschäden zu verursachen“, erklärt Gratz. Experten sind vor Ort. Auch weitere Helfer sollen jetzt kommen: „Wir haben einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert.“ Die Soldaten sollen bis Sonntag beim Aufräumen des kontaminierten Schlammes helfen.

Luftaufnahmen zeigen erst das wahre Ausmaß (Bild: Land Salzburg)
Luftaufnahmen zeigen erst das wahre Ausmaß

Ein weiteres Problem ist die gesperrte Bundesstraße von Mittersill in Richtung Hollersbach: Die temporäre Umleitung über Seitenstraßen des Pass Thurn funktioniere nur schleppend - Wartezeiten und Blockabfertigung sind für viele ein Ärgernis. Noch im Laufe des Dienstags soll dieses Problem gelöst werden, heißt es.

Hochwasser-Einsatz beim Flugplatz Zell aus der Luftperspektive (Bild: EXPA)
Hochwasser-Einsatz beim Flugplatz Zell aus der Luftperspektive

Die Pinzgauer Lokalbahn fährt nur mehr zwischen Piesendorf und Zell am See: „Die Pinzgaubahn ist bei den Schäden der größte Brocken. Die Schadenserhebung wird noch dauern, es wird aber eine Menge Geld kosten“, sagt Landeschef Wilfried Haslauer.

(Bild: Roland Hölzl)

Noch am Montag gab es eine brenzlige Situation beim überschwemmten Flugplatz in Zell am See: Wie berichtet, konnte der mobile Hochwasserschutz das Wasser nicht aufhalten - eine Gefahr, aufgrund der Kerosin-Tanks im Hangar. Baufirmen errichteten mit der Feuerwehr einen Damm, der das Wasser stoppte. Gratz: „Der Damm hält. Die Pumpen der Feuerwehr sind zurzeit auch dort.“ Ein weiterer größerer Feuerwehr-Einsatz ist in Uttendorf geplant: Beim dortigen Badesee stehen noch etwa 30 Häuser im Wasser. „Erst muss das Wasser weg“, betont Klaus Portenkirchner, der Pinzgauer Feuerwehrchef. „Es bringt noch nichts dort auszuschöpfen, wenn das Wasser hinten wieder rein kommt.“ Die Einsatzkräfte bitten um Geduld: „Alle Helfer tun das Maximale“, unterstreicht Gratz. Fakt ist: Es wird noch einige Wochen dauern, bis sich das Wasser zurückgezogen hat und der Schlamm verschwunden ist.

Rollfeld des überschwemmten Flugplatzes in Zell am See (Bild: EXPA/ JFK)
Rollfeld des überschwemmten Flugplatzes in Zell am See
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