16.07.2021 16:58 |

Prozess in Italien

Ausweis an Wien-Attentäter: 7 Personen angeklagt

Die Mailänder Staatsanwaltschaft will einen Schnellprozess gegen einen mutmaßlichen Fälscherring beantragen. Ein Tschetschene und sechs Ukrainer sollen islamistischen Terroristen, darunter dem Attentäter von Wien, gefälschte Ausweise geliefert haben. Wegen dieses Vorwurfs waren die Männer im Juni in Mailand und in anderen lombardischen Städten festgenommen worden. Über den Antrag auf Schnellverfahren muss in den nächsten Tagen die Untersuchungsrichterin entscheiden.

Zu den Fundamentalisten, die dank der Bande einen gefälschten Ausweis erhalten haben, zählt auch der 20-jährige Anhänger der radikalislamistischen Terrormiliz IS, der bei dem Anschlag im November in der Wiener Innenstadt vier Menschen erschoss. Die Angeklagten werden verdächtigt, Mitglieder einer grenzüberschreitenden Organisation zu sein, die sich auf gefälschte Ausweise spezialisiert hat. Die Ermittlungen wurden von der Mailänder Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in die Wege geleitet, berichteten italienische Medien am Freitag.

Wien-Attentäter trug gefälschten Ausweis bei sich
Laut den Justizbehörden ist der zerschlagene Ring die europaweit größte Organisationen zur Dokumentenfälschung, die jemals entdeckt wurde. Die gefälschten Ausweise, Pässe und Führerscheine seien in ganz Europa verkauft worden. Die Bande soll mindestens 15 Terroristen Ausweise vermittelt und über 1000 Dokumente gefälscht haben.

Laut den Mailänder Ermittlern hatte der Wien-Attentäter einen Ausweis bei sich, der ihm von der in der Lombardei etablierten Bande geliefert worden war.

Österreichische Behörden halfen bei Ermittlungen
Die Festnahmen sind Ermittlungen zu verdanken, welche die italienische Polizei Ende 2020 aufgrund einer Meldung der österreichischen Sicherheitskräfte gegen einen 35-jährigen Tschetschenen aufgenommen hatte. Er wurde im vergangenen November in der lombardischen Stadt Varese wegen Dokumentenfälschung festgenommen.

Verdächtiger bestritt Fälschung
Laut den Ermittlern hatte er Kontakte zu einer tschetschenischen Gruppe aus  ehemaligen IS-Kämpfern, mit denen auch der Wien-Attentäter in Verbindung stand. Der Tschetschene bestritt die Vorwürfe und behauptete, die gefälschten Ausweise und Pässe lediglich geliefert, aber nicht gefälscht zu haben.

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