Dauer-Krankenstand

Anzeige gegen Ärzte in Affäre um "faulen" Lehrer

Österreich
15.02.2011 13:08
Die Affäre um einen Kärntner Hauptschullehrer, der in zwei Jahren nur etwa eine Woche lang unterrichtet hatte, hat jetzt ein Nachspiel für zwei Kärntner Mediziner. Denn der Amtsarzt habe später herausgefunden, dass der Pädagoge sehr wohl dienstfähig gewesen wäre, heißt es. Die beiden Ärzte wurden beim Staatsanwalt angezeigt.

Aufgeflogen war die ganze Causa, weil der Pädagoge sich zwar für den Unterricht zwei Jahre lang fast durchgehend krankschreiben ließ, als nebenberuflicher Verkäufer jedoch verschiedene Messen besucht hatte. Dem Schulgebäude blieb er allerdings fern. "Die Gründe für die Krankenstände waren immer andere", erinnert man sich im Kärntner Landesschulrat.

Nachdem der Fall aufgeflogen war, wurde im Vorjahr ein Disziplinarverfahren gegen den Pädagogen eingeleitet - der Lavanttaler hatte daraufhin von sich aus gekündigt.

Bei Staatsanwaltschaft angezeigt
Jetzt geht es gegen die beiden Ärzte - für sie gilt die Unschuldsvermutung. "Die zwei Ärzte wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt", bestätigt die Lehrer-Disziplinarkommission der "Krone". Denn ein Amts- und ein Facharzt hätten inzwischen bestätigt, dass der Hauptschullehrer sehr wohl dienstfähig gewesen sei. Daher wird den beiden Ärzten, die den "Dauer-Krankenstand" gewährt hatten, vorgeworfen, eine "Lugurkunde" ausgestellt zu haben.

von Thomas Leitner (Kärntner Krone) und krone.at

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