VP-Stadtvize kritisch

60 Millionen € für Linzer E-Mobilitäts-Offensive

Auch als Reaktion auf den Boom bei Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen verkündeten SP-Stadtchef Luger und Umweltstadträtin Schobesberger (Grüne) kürzlich ihr Ziel, bis 2025 nicht weniger als 600 „Schnell-Lader“ für E-Autos in Linz errichten zu wollen. „Völlig unrealistisch“, meint VP-Stadtvize Baier.

„Immerhin tut sich endlich etwas“, sieht VP-Stadtvize Bernhard Baier den Grundsatzbeschluss für die Entwicklung eines Masterplanes zum Ausbau von öffentlich zugänglichen E-Ladestationen im letzten Gemeinderat durchaus positiv. Wenngleich es ihn doch etwas verwundert, dass sich etwa die SPÖ in der Sitzung Ende Mai bei nahezu selbigem VP-Fraktionsantrag noch ihrer Stimme enthalten hatte und nun aber SP-Stadtchef Klaus Luger bis 2025 sogar 600 E-Schnellladestationen realisieren will.

„Realistischere Ziele setzen“
Baier kritisch: „Die Zahl 600 klingt gut, aber ich glaube, dass man damit der Sache nichts Gutes tut. Man sollte sich realistischere Ziele setzen. Laut Experten kostet ein derartiger Schnell-Lader in der Anschaffung inklusive Errichtungs- und Netzkosten rund 100.000 Euro. 60 Millionen Euro kann die Stadt nie aufbringen. Deshalb drängt sich mir der Verdacht auf, dass es sich um einen Wahlkampf-Gag handelt.“ Luger argumentiert die Zahl mit einem Vergleich mit der norwegischen Haupstadt. Seine Rechnung: Oslo ist dreimal so groß wie Linz, verfügt über 1300 Ladestationen und will noch weitere 600 errichten. Heruntergebrochen auf die Einwohnerzahl wären deshalb für ihn bis 2025 in Linz 600 sinnvoll.

Was er verschweigt: Norwegen ist E-Mobilitäts-Vorreiter, in Oslos liegt der E-Auto-Anteil bei über 50 Prozent, erreicht durch erhebliche Steuer und Maut-Vergünstigungen, Fahren auf der Busspur und einiges mehr. In Linz liegt der Anteil der E-Fahrzeuge bei rund einem Prozent.

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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Dienstag, 21. September 2021
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