Das Areal um das Trauner Stadion mutierte zuletzt – zum Unmut der Anrainer rundherum – zum Hotspot für durchreisende Gruppen. Auch am Donnerstag war wieder ein Tross an Wohnwägen eingetroffen. Doch VP-Bürgermeister Karl-Heinz Koll schritt ein, nachdem am Montag die Aufbauarbeiten für den Trauner Kirtag beginnen.
Langsam wird es schon zur Routine – eine, auf die Trauns Bürgermeister Karl-Heinz Koll (ÖVP) wohl lieber verzichtet hätte.
Wenn er wieder darüber informiert wird, dass sich eine Gruppe Roma mit ihren Wohnwägen beim Trauner Stadion niederlässt, rückt der Stadtchef immer höchstpersönlich aus, um mit den Durchreisenden zu sprechen. „Obwohl wir zuletzt keine guten Erfahrungen gemacht haben, bin ich der Letzte, der jemanden vorverurteilt und gehe deshalb offen und freundlich auf die Menschen zu.“
Camper blockierten Kirtag-Areal
So auch am Donnerstag, als bereits zum dritten Mal seit Juli mehrere Gespanne ihr Lager in Traun aufgeschlagen hatten. „Der Sprecher der Gruppe hat mir mitgeteilt, dass man drei Wochen bleiben wolle, woraufhin ich ihm mitteilen musste, dass dies nicht geht, weil bei uns am Areal ein Volksfest ansteht, für das am Montag die Aufbauarbeiten beginnen.“ Kolls Gesprächspartner zeigte sich davon wenig beeindruckt, wollte angebotene Ersatzflächen nicht akzeptieren und das Kirtag-Areal beanspruchen. Am Ende konnte man sich dann doch darauf einigen, dass die Gruppe am anderen Ende der Wiese ihre „Zelte“ aufschlägt. „Damit steht den Aufbauarbeiten für unseren Kirtag nichts im Wege. Außerdem habe ich dem Sprecher deutlich gemacht, was ich mir von einem ordentlichen Aufenthalt bei uns erwarte“, so der Bürgermeister.
In Pichling sei alles schmutzig und kaputt
Auf Kolls Nachfrage, warum man nicht den zur Verfügung gestellten Sinti-&-Roma-Durchreiseplatz in Pichling ansteuern würde, soll der Sprecher geantwortet haben, dass es dort nicht schön, sondern schmutzig sei und Dinge sogar kaputt seien. Ein Satz, der sich für die Mitarbeiter der Linz AG, die den Platz nach jeder Gruppe mühevoll auf Vordermann bringen, wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen muss.
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