11.07.2021 07:00 |

Ermittlungen laufen

Entgleiste Murtalbahn: Wie konnte das passieren?

Der Schock sitzt tief, doch das Unglück hätte noch viel schlimmer ausgehen können: Nachdem am Freitagmorgen ein Zug der Murtalbahn mit 53 Schülern entgleiste, stellt sich nun die Frage, ob dieser Unfall zu verhindern gewesen wäre. Ganz auszuschließen seien solche Ereignisse leider nie, sagen die Streckenbetreiber.

Wie ein Mahnmal liegt das Wrack des Triebwagens in der Mur bei Ramingstein (Sbg.), nur rund 100 Meter von der steirischen Landesgrenze entfernt. Am Freitag in der Früh entgleiste hier eine Garnitur der Murtalbahn wegen eines entwurzelten Baums auf den Schienen - die „Steirerkrone“ hat berichtet. 53 Fahrgäste - vorwiegend steirische Kinder und Jugendliche, die auf dem Weg in die Schule nach Tamsweg waren - erlebten den Horror-Unfall mit. 17 Schüler wurden dabei verletzt, ein Mann musste wegen eines Oberarmbruchs operiert werden.

Schon ein Blick auf die Fotos des in die Mur gestürzten Waggons genügt um festzustellen: Wer in diesem Zug saß, hatte riesiges Glück im Unglück. Jetzt stellt sich die Frage, wie es zu diesem dramatischen Ereignis kommen konnte - und warum die Strecke nach einer Unwetternacht nicht kontrolliert wurde.

„Die Unwetter in der Nacht auf Freitag waren lokal stark begrenzt und es gab für uns keine Anzeichen, die eine Streckenbegehung notwendig gemacht hätten“, sagt Gerhard Harer, Geschäftsführer der Steiermarkbahn. Es sei einfach „ziemliches Pech“ gewesen und „völlig unerwartet“ gekommen.

Die Betriebsleiter der Steiermarkbahn seien gut mit den zuständigen Bezirkshauptmannschaften und Gemeinden vernetzt. Wenn es etwa Murenabgänge auf Straßen gibt, wird auch die Zugstrecke verstärkt kontrolliert. In diesem Fall habe es keine Anzeichen gegeben.

Schiene ist dennoch sicherer als Straße
Zum genauen Unfallhergang ermittelt jetzt die Polizei Tamsweg. Derzeit werden Beteiligte befragt, über Details zum Ermittlungsstand lässt die Polizei noch nichts durchsickern.

Die zwei auf den Gleisen stehen gebliebenen Waggons wurden inzwischen in die Werkstatt gebracht und werden bald wieder einsatzbereit sein. Anfang nächster Woche sollen auch schon wieder Züge auf den Schienen rollen. Inzwischen wird die Verbindung im Schienenersatzverkehr geführt. Auf die Frage, ob die Strecke nicht überhaupt sicherer mit Bussen zu bewältigen wäre, sagt der Steiermarkbahn-Chef: „Das zu entscheiden obliegt nicht uns aber rein statistisch gesehen ist der Schienenverkehr insgesamt ganz klar sicherer als der Straßenverkehr“.

Felix Roittner
Felix Roittner
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