Lösegeld gefordert
Verschuldeter Geschäftsmann entführte Mädchen
Rund 400 Beamte hatten den Angaben zufolge dafür gekämpft, das Mädchen wohlbehalten zu seinen Eltern zurückzubringen. Wie Polizeisprecher Rudi Sonntag am Freitag berichtete, wurde das Kind am Vortag gegen 21.30 Uhr in der Nähe des Wohnortes freigelassen. Unmittelbar danach wurde der mutmaßliche Täter von einer Spezialeinheit festgenommen. Sein Auto, ein roter Kleinwagen, wurde sichergestellt.
Mädchen vor Augen der Mutter gekidnappt
Das Drama hatte sich in der Früh ereignet: Das Auto der Familie parkte vor dem Einfamilienhaus in einer Neubausiedlung (Bild) der knapp 19.600 Einwohner zählenden Gemeinde. Die 41-jährige Mutter verstaute gerade einen Korb im Kofferraum, als der maskierte Mann auf das Grundstück stürmte und sich das Mädchen schnappte. Er bedrohte die Mutter mit einer Waffe und forderte sie auf, in das Wohnhaus zurück zu gehen und sich dort hinzulegen. Er gab an, dass er das Kind entführen und sich zu einem späteren Zeitpunkt bei ihr melden werde.
Das tat er auch am frühen Abend. Telefonisch forderte der Mann Lösegeld, dann würde er das Mädchen freilassen. Die Eltern taten, wie ihnen geheißen, das Geld - etwa 100.000 Euro - wurden in Fürstenwalde/Spree deponiert. Nachdem der Mann das Geld erhalten hatte, ließ er die Kleine wie verabredet frei, bevor er von einer Spezialeinheit geschnappt wurde. In seinem Wagen wurden die Waffe, mit der er am Vormittag die Mutter des Mädchens bedroht hatte, sowie das Lösegeld sichergestellt.
Entführer stieß durch Zufall auf sein Opfer
Bei dem Täter handelt es sich um einen verschuldeten Berliner Geschäftsmann. Der Geständige wurde wegen erpresserischen Menschenraubs verhaftet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der 44-Jährige, der selbst geschieden und Vater von drei Kindern ist, durch Zufall auf sein Opfer gestoßen. Er wollte mit dem Lösegeld nach eigenen Angaben seine Schulden begleichen.
Die Eltern des Mädchens sind laut Polizei weder reich noch prominent. Der Potsdamer Polizeipräsident Rainer Kann sagte, der mutmaßliche Täter sei wenige Tage vor der Tat nach Kleinmachnow gefahren, um besonders Wohlhabende auszuspionieren. Die Familie des Opfers sei wegen des teuren Autos und eines neuen Hauses in das Blickfeld des verschuldeten Selbstständigen geraten. Opfer und Täter kannten sich demnach nicht.











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