Millionenschaden

Tausende Helfer kämpften gegen Sturm und Hagel

Nach dem großen Schwitzen ist mit Hitze vorerst Schluss. Doch diese wich einmal mehr nicht ohne heftige Unwetter. Schwer getroffen wurde davon etwa Oberösterreich, wo rund 2300 Einsatzkräfte bis tief in die Nachtstunden aufgrund von Hagel, Gewitter und Sturm im Einsatz standen. Es kam erneut zu schweren Schäden in der Landwirtschaft. Massive Sturmspitzen wurden allerdings auch aus Niederösterreich gemeldet. Und auch über Wien fegten am späten Abend heftige Böen hinweg.

Vor allem im oberösterreichischen Inn-, Hausruck- und Mühlviertel sowie im Salzkammergut standen die Helfer im Dauereinsatz. 229 Feuerwehren hatten insgesamt 440 Einsätze abzuarbeiten.

Hauptaufgaben waren das Beseitigen der Unwetterschäden, wie etwa umgestürzte Bäume von Verkehrswegen zu beseitigen, beschädigte Dächer und Gebäude zu versorgen sowie Pumparbeiten nach Überflutungen. Viele Hausdächer, die von den Unwettern der Vorwoche bereits beschädigt und nur provisorisch mit Planen eingedeckt waren, hielten dem Sturm nicht stand und mussten von den Feuerwehren abermals mit Planen geschützt werden.

Clip zeigt Blitzeinschlag in Feld
Eine überaus eindrucksvolle Videoaufnahme (oben) gelang auch einem Leserreporter am frühen Dienstagabend in Oberndorf bei Schwanenstadt. Knapp 100 Meter vor seinem Haus schlug ein Blitz in einem Feld ein. 

Spezialkräfte im Bezirk Urfahr-Umgebung
Am Mittwoch werden die Aufräumarbeiten fortgesetzt, wobei auch Spezialkräfte der Feuerwehren bezirksübergreifend verlagert werden. Wechselladefahrzeuge mit Kränen, Hubrettungsgeräte und Höhenrettungsgruppen leisten hierbei Unterstützung für die besonders betroffenen Gemeinden im Bezirk Urfahr-Umgebung.

Erneut Millionenschaden auf den Feldern
Einmal mehr kam es auf Anbauflächen von 5500 Hektar mit Getreide, Mais, Gemüse- und Obstkulturen zu enormen Schäden. Von einem „Déjà-vu“ und einem Schaden in Oberösterreich „von weiteren drei Millionen Euro“ sprach Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung (ÖHV). In Summe mit den letztwöchigen Unwettern sind es alleine in Oberösterreich bereits 35 Millionen Euro Schaden, 65 Millionen Euro sind es in allen Bundesländern.

Besonders bitter: Wo nach den Schäden in der Vorwoche bereits wieder neu angebaut wurde, wurde das eingebrachte Saatgut durch die Niederschläge weggeschwemmt. Und dabei stünden die klassischen Hagelmonate Juli und August noch vor der Tür, gab Wolfgang Winkler, Landesleiter der ÖHV in Oberösterreich, zu bedenken.

Hoher Wellengang auf Seen
Hoher Wellengang wurde u.a. auf dem Attersee im Salzkammergut gemeldet und auch auf Videos (unterhalb) festgehalten.

„Massive Sturmspitzen“ in Niederösterreich
Dutzende Feuerwehreinsätze gab es auch in Niederösterreich. Vor allem die Bezirke Amstetten, Melk, Krems und St. Pölten waren laut Franz Resperger vom Landeskommando betroffen. Der Sprecher berichtete von mehr als 100 Schadensfällen bis in die späten Abendstunden.
Großteils waren Bäume auf Straßen sowie in Strom- und Telefonleitungen gestürzt. Philipp Gutlederer vom Bezirksfeuerwehrkommando Amstetten berichtete von massiven Sturmspitzen.

Allerdings kam das Bundesland vergleichsweise glimpflich davon, denn die Prognosen waren weit verheerender gewesen. Noch am Dienstagnachmittag war befürchtet worden, dass wie in der vergangenen Woche mit schweren Hagelgewittern und großflächigen Schäden zu rechnen sei, so Resperger. 

Stand-up-Paddler in Seenot
In Vorarlberg sorgte heftiger Sturmwind am Dienstag vor allem im Unterland für mehr als 20 Feuerwehreinsätze. Auch hier waren es vor allem Sturmschäden. Aus der Harder Bodenseebucht mussten am Abend drei Wassersportler gerettet werden. Sie waren zuvor im Wind von ihren Boards gestürzt. Ein Boot geriet ebenfalls in Seenot und erlitt Mastbruch.

Heftiger Sturm auch in Wien
Doch auch über Wien fegte am späteren Abend heftiger Sturm hinweg. So manche Äste hielten diesem nicht stand und stürzten zu Boden, auch Müllcontainer machten sich teils selbstständig. Wie ein Zeuge gegenüber krone.at berichtete, hätten die heftigen Windböen am äußeren Gürtel auch ein Baugerüst umgeweht.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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Mittwoch, 28. Juli 2021
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