Passagiere schätzen die kurzen Wege am Linzer Flughafen, doch der Standort braucht erstmals einen Millionenzuschuss von Land wie Stadt und die Fluggastzahlen sind seit Corona gesunken. Wie geht’s weiter? Die „Krone“ war einen Vormittag am Airport zu Gast.
„Ein bisschen nervös bin ich schon“ – Michael (30) fliegt zum allerersten Mal in seinem Leben, und zwar von Linz nach Hurghada. Zusammen mit Eltern und Freundin Lisa (23) ist eine Woche Urlaub geplant.
Neun Passagiermaschinen heben am Tag des „Krone“-Lokalaugenscheins vom Linzer Airport aus ab, in Feriendestinationen sowie zu Drehscheiben wie Frankfurt. In der Wartehalle tummeln sich viele Familien, die Stimmung ist kurz vor dem Abheben bei allen gut. Die kurze Anreise sowie die familiäre Betreuung nennen die meisten als Grund, weshalb sie sich für den Linzer Flughafen entschieden haben.
Kurze Wege und individuelle Betreuung als Stärken
So wie Larissa mit Mutter Ursula: „Wir sind in der Nähe von Wels daheim und mit dem Auto hergefahren, das ist praktisch.“ Auch für Romana aus Marchtrenk war ein Kriterium, „dass wir mit den Kindern nicht so weit fahren müssen.“ Die Nähe zum Kunden, die kurzen Wege und die individuelle Betreuung nennt auch Flughafen-Chef Norbert Draskovits als die großen Stärken. Zum Beispiel: „Wir haben die Parkplätze draußen vergrößert, mit E-Tankstellen versorgt und sie auch so angeordnet, dass der Passagier wirklich nur über die Straße gehen muss.“ Doch trotz der guten Stimmung in der Abflughalle steht der Airport vor Herausforderungen.
Erstmals Millionenzuschuss nötig
Die Passagierzahlen sind seit Corona – wie an vielen Flughäfen – eingebrochen, von 436.000 im Jahr 2019 auf 180.000 im Vorjahr. Im ersten Halbjahr gab es durch die Aufstockung der Frankfurt-Verbindung wieder ein Passagierplus von 61,5 Prozent. Erstmals müssen die Flughafen-Gesellschafter, Land OÖ und Stadt Linz, Geld zuschießen, um den Liquiditätsbedarf zu decken. 4,4 der insgesamt acht zugesagten Millionen sind bereits geflossen.
Lage als Herausforderung
Draskovits erklärt den Bedarf mit der Corona-Zeit: „Wir haben keine Covid-Gelder bekommen. Obwohl wir offenhalten mussten, um die Bevölkerung zu versorgen, alle Impfstoffe wurden über Linz eingeflogen.“ Die große Herausforderung sei die Lage zwischen den beiden Großflughäfen Wien und München. Wie sich der Airport dazwischen positionieren kann, wird gerade mit den Eigentümern abgestimmt.
Der Frachtverkehr ist eine große Position bei uns. Wir haben sechs Terminals, davon sind fünf Fracht und einer ist Passage.

Norbert Draskovits, Geschäftsführer des Linzer Flughafens
Bild: Horst Einöder/Flashpictures
Bis zu 60.000 Tonnen Fracht pro Jahr
Weniger sichtbar, aber ein wesentlicher Faktor für den Linzer Flughafen ist der Frachtverkehr. „Wir haben sechs Terminals, davon sind fünf Fracht“, sagt Draskovits. 50.000 bis 60.000 Tonnen werden jährlich transportiert. Der nächstgrößere Flughafen in den Bundesländern, Graz, ist mit 20.000 Tonnen Fracht bereits abgeschlagen.
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