25.06.2021 13:16 |

Geld als Anreiz

Frust in Serbien über mangelndes Impfinteresse

Serbiens Behörden sind über die mangelnde Corona-Impflust in dem südosteuropäischen Land ernsthaft besorgt. Als „frustrierend“ bezeichnete Ministerpräsidentin Ana Brnabic die aktuelle Situation beim einstigen Impf-Musterschüler: Seit einer Woche rede man davon, dass man die Zahl von 2,6 Millionen Geimpften nicht überspringen könne, wurde sie am Freitag von Belgrader Medien zitiert. Konkret geht es um 48 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Laut Amtsangaben wurden bisher in nur 37 Gemeinden, dazu zählen auch einzelne Stadtviertel Belgrads, mehr als 50 Prozent der Erwachsenen geimpft. Andererseits gibt es 17 Gemeinden, in welchen der Anteil der geimpften Erwachsenen weiterhin unter 30 Prozent liegt.

Größte Impfskepsis im Südwesten Serbiens
Besonders besorgniserregend sei die Situation im Südwesten Serbiens, dem Sandschak, wo die meisten in Serbien ansässigen Muslime leben. Im regionalen Verwaltungszentrum Novi Pazar wurden bisher nur 22 Prozent der Erwachsenen geimpft, in Tutin weniger als 14 Prozent.

Brnabic: „Zusätzliche Anstrengungen nötig“
„Ohne zusätzliche Anstrengung werden wir einer der anfälligsten Staaten werden“, warnte Brnabic. Die aktuellen Zahlen sind allerdings günstig. Am Donnerstag wurden laut Amtsangaben landesweit nur 80 Neuinfektionen registriert. Seit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 gab es in Serbien insgesamt rund 716.000 bestätigte Krankheitsfälle.

Mit 7013 Personen, die der Krankheit erlegen sind, liegt die Todesrate knapp unter einem Prozent. Serbien hat etwas weniger als sieben Millionen Einwohner.

Erst kürzlich erhielten alle geimpften Bürger 3000 Dinar (25,51 Euro) aus der Staatskasse. Das Versprechen, die Belohnung auch jenen Bürgern zukommen zu lassen, die sich bis Ende Mai für die Impfung anmelden würden, konnte die Zögernden aber offenbar nicht überzeugen.

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