Privater Streit?

Verdächtiger nach Angriff auf Tunesier in Wien verhaftet

Österreich
04.02.2011 12:23
Die brutale Attacke auf den 69-jährigen gebürtigen Tunesier Mohamed T. in Wien-Penzing dürfte geklärt sein. Am Freitagmorgen ist der 37-jährige Landsmann Ahmed K. als Verdächtiger verhaftet worden. Ein politisches Motiv wird nach ersten Erkenntnissen ausgeschlossen, vielmehr soll es um private Streitigkeiten gegangen sein. Der am 28. Jänner niedergeschlagene und lebensgefährlich verletzte 69-Jährige ist laut den Ärzten weiter in kritischem Zustand.

Überführt wurde der in Wien lebende 37-Jährige durch Blutspuren auf seiner Kleidung. Diese wurden dem schwer verletzten Mohamed T. zugeordnet, erklärte Polizeisprecher Mario Hejl. Das Umfeld des Opfers hatte den Ermittlern von Zwistigkeiten zwischen den beiden Männern berichtet, worauf Ahmed K. bereits vor einigen Tagen als Zeuge befragt worden war.

Verdächtiger und Opfer kannten sich
Im Zuge dessen wurden mehrere Kleidungsstücke sichergestellt, auf denen bei der Analyse Blut von Mohamed T. nachgewiesen wurde. Den 37-Jährige ließ sich am Freitag um 5.10 Uhr von Polizei und der Spezialeinheit Cobra an seiner Wohnadresse widerstandslos festnehmen. Der arbeitslose Verdächtige und Mohamed T. kennen sich seit längerem, es soll häufiger Auseinandersetzungen gegeben haben. Worum es dabei genau ging, war am Freitag noch Gegenstand von Ermittlungen.

Tatwaffe noch nicht sichergestellt
Den Streit habe Ahmed K. laut Polizei bereits zugegeben. Dass er dem 69-Jährigen Verletzungen zugefügt haben soll, bestreite er aber - trotz der Blutspritzer auf der Kleidung. Die Ermittler gehen davon aus, dass dem Opfer mit einem harten, schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen wurde. Ein mögliche Tatwaffe wurde noch nicht sichergestellt.

Zunächst wurden von der Polizei auch politische Hintergründe in Betracht gezogen. Mohamed T. war früher für einen Verein tätig, welcher der Partei (RCD) des gestürzten tunesischen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali nahesteht. Er hatte Funktionen bei mehreren Vereinen in Wien inne, diese nach Angaben von Angehörigen aber vor einiger Zeit zurückgelegt. Darunter befand sich auch der tunesische Kulturverein, auf dessen Lokal in der Volksgartenstraße am 11. Jänner ein Brandanschlag verübt wurde. Dessen Urheber sind bis jetzt nicht bekannt.

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