20.06.2021 07:28 |

Nächste Welle rollt an

Über eine halbe Million Corona-Tote in Brasilien

Brasilien hat als zweites Land der Welt eine symbolische Schwelle in der Corona-Pandemie überschritten. Nach Angaben der Regierung sind in dem Land seit Beginn der Krise mehr als 500.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

Bislang meldeten nur die Vereinigten Staaten (bereits über 602.000 Betroffene) mehr Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Brasilien gehört damit weiterhin zu den am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt.

„500.000 Menschen sind wegen der Pandemie gestorben, die unser Brasilien und die Welt betrifft“, schrieb der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Queiroga im Onlinedienst Twitter:

Dritte Welle rollt an
303.550 der Todesfälle in Brasilien, also mehr als 60 Prozent, wurden in diesem Jahr verzeichnet. Das größte Land Lateinamerikas war zu Jahresbeginn von einer heftigen zweiten Infektionswelle erschüttert worden, zwischenzeitlich wurden täglich mehr als 4000 Tote verzeichnet.

Inzwischen deuten steigende Infektionszahlen auf eine dritte Welle hin. In den vergangenen sieben Tagen lag die durchschnittliche Zahl der Todesfälle jeweils bei über 2000.

Schwere Vorwürfe gegen Bolsonaro
Dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird vorgeworfen, durch eine Verharmlosung der Pandemie die rasante Ausbreitung des Coronavirus befördert zu haben. Er hatte die von dem Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 immer wieder als „kleine Grippe“ bezeichnet und Maßnahmen von Bundesstaaten und Kommunen zur Eindämmung des Virus auch wegen ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft kritisiert.

Zudem zog Bolsonaro, der im kommenden Jahr eine Wiederwahl anstrebt, die Wirksamkeit der Impfstoffe in Zweifel. Die brasilianische Impfkampagne kommt vor allem wegen Lieferengpässen nur schleppend voran.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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