18.06.2021 06:45 |

Sorge um Tradition

Alpwirtschaft braucht wieder mehr Jungtiere

Vorarlberg ist bekannt für seine Drei-Phasen-Wirtschaft: Das Vieh wird im Tal, dann auf dem Vorsäß und schließlich auf den Almen versorgt. Die Landwirtschaftskammer sorgt sich aber um den Erhalt dieser Tradition, denn immer weniger Kühe würden tatsächlich auf die Almen getrieben werden. Vor allem Schweizer Tiere sind derzeit Mangelware - wegen der TBC-Gefahr.

Im Jahr 2020 haben über 10.500 Kühe, 23.300 Jungrinder, 3300 Schafe, 1100 Ziegen sowie 860 Pferde den Sommer auf einer der 515 bewirtschafteten Alpen in Vorarlberg verbracht. Die Tendenz ist laut Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger aber sinkend. Zur Mangelware werden vor allem die so wichtigen Jungtiere auf den Almen. Vor allem jene aus der Schweiz kommen nicht mehr nach Vorarlberg.

Moosbrugger schätzt, dass 2000 Jungtiere weniger auf den Almen zu finden sind als sonst. Das hat seinen Grund in der Verbreitung von Rinder-TBC. Infizierte Wildtiere können Kühe auf den Wiesen anstecken - und das wollen Landwirte natürlich vermeiden. Deswegen ergingen aus der Landwirtschaftskammer immer wieder Aufrufe an die Jägerschaft, auch genug Wild zu schießen.

Sollten nicht mehr genug Tiere auf den Almen grasen, dann drohen die Wiesen zu verbuschen und zu verwildern. Mit der viel gepriesenen Kulturlandschaft wäre es dann nicht mehr allzu weit her.

Und das könnte für ein Tourismusland wie Vorarlberg zu einem echten Problem werden, denn es sind gerade die saftig grünen Wiesen in den Bergen und das Narrativ von den Käse herstellenden Älplern, mit denen Urlauber ins Land gelockt werden - und das überaus erfolgreich.

 Vorarlberg-Krone
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