16.06.2021 15:14 |

Umfrage: 43% dagegen

Wackelige Mehrheit für 2. Antritt Van der Bellens

Nach dem knappen Rennen in der Bundespräsidentenwahl 2016 scheint das Land einer aktuellen Umfrage zufolge weiterhin gespalten zu sein. Nur 45 Prozent der Befragten sprachen sich dabei dafür aus, dass Alexander Van der Bellen ein weiteres Mal für das Amt kandidieren soll. Wie Christoph Haselmayer, Geschäftsführer des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse GmbH (IFDD), erklärte, hätte sich Van der Bellen vor allem bei den massiven Angriffen auf die Justiz stärker positionieren müssen.

Im Jahr 2016 setzte sich der einst grüne Politiker mit 53,8 Prozent in der wiederholten Stichwahl gegen seinen FPÖ-Kontrahenten Norbert Hofer (46,2 Prozent) durch. Ob sich dieses Duell wiederholt, ist derzeit offen. Während Van der Bellen noch keine Entscheidung über einen zweiten Antritt bekannt gab, dürfte die FPÖ trotz internem Zwist um die Parteiführung wieder auf Hofer setzen. Dieser möchte einem zweiten Duell gegen Van der Bellen aber eher aus dem Weg gehen.

Soll Van der Bellen wieder antreten?
Einmal mehr gespalten zeigten sich die Österreicher nun bei der Frage nach einem möglichen Wiederantritt des amtierenden Präsidenten. Auf die Frage des IFDD für Puls 24: „Soll Ihrer Meinung nach Bundespräsident Alexander Van der Bellen 2022 wieder für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren?“, antworteten 45 Prozent mit „Ja“ und 43 Prozent mit „Nein“, zwölf Prozent haben dazu keine Meinung oder wollten sie nicht abgeben.

Grundwerte nicht vehement verteidigt?
Für IFDD-Geschäftsführer Christoph Haselmayer ist das Ergebnis eine „sehr große Überraschung“. Während sich der Bundespräsident 2019 „in den Augen der Menschen fast täglich zu Wort gemeldet“ habe, sei er „speziell dieses Jahr bei massiven politischen Angriffen auf unsere Grundwerte der Demokratie, Justiz und Gesellschaft sehr still“. 

Es wäre „in den Augen vieler Menschen“ aber „seine Aufgabe gewesen, sich hier klar und deutlich zu positionieren und die Grundwerte vehement zu verteidigen“, so Haselmayer. „Dieses Verhalten hinterlässt nun massive Spuren an seiner Amtsführung und gibt möglichen anderen Bundespräsidentschaftskandidaten viel Platz im Wahljahr 2022.“

Fakten

IFDD - Institut für Demoskopie und Datenanalyse GmbH, Umfragezeitraum 10.06. bis 15.06.2021, 803 Online-Interviews, repräsentativ für die wahlberechtigte österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, max. Schwankungsbreite ± 3,5 Prozent.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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