Politik inoffiziell

Für wen wird geplanter Wohnblock in Pradl gebaut?

Tirol
07.06.2021 09:00

Die Grünen wollen Mieter ohne Autos bevorzugen und die Straßenbahn bis vor die Haustüren der geplanten Anlage in Innsbruck-Pradl bauen. Die FPÖ schüttelt nur mehr den Kopf: Wird da für Anleger gebaut?

Für Zündstoff hat der Beitrag am Sonntag in der „Krone“ über die grüne Politik bezüglich der Verbauung eines Naherholungsgebietes im Innsbrucker Stadtteil Pradl gesorgt. Dort sollen auf 50.000 Quadratmetern ja 800 Wohnungen entstehen. Zum Unmut der ansässigen Bürger, die eine Grünoase verlieren und mehr Verkehr erhalten. Zudem stagniert die Innsbrucker Wohnbevölkerung seit 2017: Für wen wird da also gebaut? Für Spekulanten?

Städtische FPÖ schaltet sich ein
Bereits seit Jahren verweisen der 1. Innsbrucker Vizebürgermeister Markus Lassenberger und Stadtrat Rudi Federspiel von der FPÖ auf die Thematik. „Seit 2007 ist die inländische Bevölkerung in Innsbruck um sechs Prozent gesunken und die ausländische Bevölkerung um 116 Prozent gestiegen. Da muss man sich fragen, für wen die Innsbrucker Steuerzahler überhaupt noch bauen?“, fragen sich die beiden FPÖ-Politiker.

Lassenberger (re.) und Federspiel sind gegen Wohn-Ghettos. (Bild: Birbaumer Christof)
Lassenberger (re.) und Federspiel sind gegen Wohn-Ghettos.

Wer zieht in diese unzähligen leistbaren Wohnungen ein? Ist die Wohnungsvergaberichtlinie noch zeitgerecht? Fragen über Fragen! „Hinzu kommen noch hochgepriesene Wohnprojekte wie jenes am Campagne-Areal, welches massiv verdichtet ist und so zu einer Ghettobildung führt, wo jeder dem anderen auf den Teller schauen kann“, zeigen Lassenberger und Federspiel auf. Grüne Lebensräume seien in Innsbruck inzwischen Mangelware.

„Grüne sind Zubetonierer“
„Das zeigt, dass die Grünen in Innsbruck den Namen grün nicht mehr verdienen, sondern als ,Innsbrucker Zubetonierer’ bezeichnet werden müssen. Eine stärkere Versiegelung als unter Bürgermeister Georg Willi hat es zuvor noch nie gegeben. Jedenfalls ist für uns klar: Pradl-Süd wird abgelehnt, denn Lebensqualität steht für uns vor Zuzug“, betonen die zwei FPÖ-Politiker.

Scharfe Kritik für Bürgermeister Georg Willi. (Bild: Christof Birbaumer)
Scharfe Kritik für Bürgermeister Georg Willi.

Von einer Brutalität sondersgleichen spricht Fritz Gurgiser: „Seit Jahrzehnten gewidmetes Bauland wird nicht bebaut, sondern dient als Spekulationsland. Das Beispiel Innsbruck zeigt, dass die Politik derzeit nicht imstande ist, gewaltige Leerstände zu mobilisieren oder Investoren, die ganze Wohnblöcke als Geldanlage bauen, abzudrehen – stattdessen wird auch noch das letzte Grünland verbaut!“

Grüne verteidigen Wohnprojekt
Seitens der Grünen betonte man am Sonntag, dass man natürlich keine Verkehrszunahme wolle. Sie möchten nämlich die Straßenbahn direkt vor die Haustüren der neuen Wohnanlage bauen.

„Auch bleibt der vorhandene Grünzug bei der Bebauung erhalten und das Quartier an der Oberfläche soll autofrei sein und nur ein einziges unterirdisches Parkhaus mit einer Sammelein- und -ausfahrt erhalten. Direkte Radweganbindungen nach Norden, Westen und Osten wird es obendrein geben. Die Menschen, die dort leben werden, werden somit nur zu einem kleinen Teil mit dem Auto fahren“, schreibt Manni Schneiderbauer von den Innsbrucker Grünen.

Wohnblock nur für Fußgänger?
Ein frommer Wunsch. Das heißt nämlich nichts anderes, dass die Grünen dort nur Menschen, die kein Auto besitzen, einziehen lassen wollen. Ob das in der Realität umsetzbar ist? Ich bin diesbezüglich sehr skeptisch, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren! Das Mega-Wohnbau-Projekt in Pradl-Süd wird auf jeden Fall für zahlreiche weitere Diskussionen sorgen. Nicht nur in Innsbruck.

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