28.05.2021 17:00 |

Prozess in Bozen

Freispruch für Salzburger Pestizidkritiker

Autor und Dokumentarfilmer war wegen Übler Nachrede verklagt worden

Der Salzburger Autor und Dokumentarfilmer Alexander Schiebel ist am Freitag von einem Bozner Gericht vom Vorwurf der Üblen Nachrede freigesprochen worden. Die Bozner Staatsanwaltschaft hatte im November 2019 die Einleitung eines Hauptverfahrens wegen Übler Nachrede gegen Schiebel beschlossen, der in seinem Buch „Das Wunder von Mals“ den Pestizideinsatz auf Südtiroler Apfelplantagen scharf kritisiert hatte. Dadurch sahen die Südtiroler Landwirte ihr Ansehen verletzt.

Das Bozner Landesgericht begründete sein Urteil damit, dass der Tatbestand der Üblen Nachrede in dem Buch nicht vorliege. Am Mittwoch hatten Landesrat Arnold Schuler (SVP) und die Spitzenvertreter der Erzeugerorganisationen der Obstwirtschaft ihre Strafanträge als Nebenkläger zurückgezogen.

Schiebel hatte in seinem Buch „Das Wunder von Mals“ und in seinem gleichnamigen Film den hohen Pestizideinsatz in den Apfelplantagen Südtirols scharf kritisiert. Der Strafprozess wegen Übler Nachrede gegen den Agrarwissenschaftler Karl Bär vom Umweltinstitut München geht hingegen weiter. 1.376 Anzeigen gegen Bär bleiben bestehen.

Anlass der Klage gegen Bär war die provokative Kampagne „Pestizidtirol“ im Sommer 2017. In deren Rahmen platzierte die Münchner Umweltschutzorganisation ein Plakat in der bayerischen Landeshauptstadt, das eine Tourismus-Marketing-Kampagne für Südtirol sowie die Südtiroler Dachmarke satirisch verfremdete („Pestizidtirol“ statt Südtirol).

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