25.05.2021 21:50 |

Familie ausgelöscht

Bub überlebt Seilbahn-Unglück: Tante steht ihm bei

„Lass mich in Ruhe, ich habe Angst“, waren die letzten Worte des fünfjährigen Eitan, bevor ihn die Ärzte in den Operationssaal brachten, um die zahllosen Knochenbrüche zu versorgen. Dass der Bub den dramatischen Seilbahnabsturz in Italien am Sonntag überlebte, grenzt an ein Wunder. Nun wollen ihn die Ärzte aus dem künstlichen Tiefschlaf holen. Doch seine Eltern werden nicht am Krankenbett des Buben stehen, wenn er aufwacht - sie überlebten das Unglück nicht. Italienischen Medienberichten zufolge ist die Tante des Buben nun aus Israel angereist. Auch ein Team von Psychologen steht bereit.

Die 15 Fahrgäste hatten sich bereits auf das Aussteigen vorbereitet, als das Unglück geschah. Das Förderseil riss, die Kabine raste ungebremst gen Tal und stürzte in die Tiefe. 14 Menschenleben forderte das Drama, einziger Überlebender: ein fünfjähriger Bub aus Israel. Seine gesamte Familie kam bei der Tragödie ums Leben - auch seine Großeltern aus Israel, die zu Besuch gewesen waren.

Nun soll der Bub aus dem künstlichen Koma geholt werden, so die Ärzte aus dem Turiner Krankenhaus Regina Margherita, wo das Kind behandelt wird. Untersuchungen ergaben, dass der Fünfjährige keine Hirnschäden erlitten hat. Die Schwester seines Vaters ist unterdessen aus Israel angereist, um dem Buben beizustehen. Ein Team von Psychologen befindet sich ebenfalls bereits in der Klinik. Sie werden dem kleinen Eitan erklären müssen, warum seine Mama und sein Papa nicht an seinem Krankenbett warten werden ...

Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Unterdessen laufen die Ermittlungen rund um das Seilbahnunglück am Lago Maggiore auf Hochtouren. Die zuständige Staatsanwältin der Stadt Verbania am Lago Maggiore, Olimpia Bossi, prüfte das Video einer Überwachungskamera, das den Unfall zeigt. Darauf sei zu sehen, wie sich die Gondel am Sonntag kurz vor der Bergstation am Monte Mottarone befunden habe, als plötzlich ein Seil riss und die Kabine aus einer Höhe von 54 Meter abstürzte.

Danach sei die Kabine noch einige Dutzend Meter den Hang heruntergerollt, bis sie von einigen Bäumen gebremst wurde, berichteten die Ermittler. Sie stellten fest, dass es am Samstag, einen Tag vor dem Unglück, zu einer halbstündigen Unterbrechung des Bahnbetriebs gekommen war. Noch unklar ist, ob diese Unterbrechung mit dem Unfall zusammenhängt. Ermittelt wird zudem, weshalb das Notbremssystem nicht funktioniert hatte.

Menschlicher Fehler hinter Tragödie?
Am Dienstagabend wurde schließlich bekannt, dass auch gegen einige Bedienstete der Betreibergesellschaft der Seilbahn Stresa-Mottarone ermittelt wird. Vermutet wird ein menschlicher Fehler hinter dem Unglück. Sie wurden von den Ermittlern im Beisein ihrer Anwälte vernommen, berichteten italienische Medien. Die Staatsanwälte wollen ergründen, warum nach dem Kabelriss die Notbremse der Seilbahn nicht funktioniert hat. Der Verdacht lautet auf Fahrlässigkeit.

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