24.05.2021 13:58 |

Trauer um die Toten

Das sind die 14 Opfer der Seilbahn-Tragödie

Nach dem tragischen Seilbahn-Unglück im italienischen Stresa am Lago Maggiore vom Samstag ist mehr über die 14 Todesopfer bekannt. Fünf Gruppen, darunter zwei Paare mit kleinen Kindern, hatten die Seilbahn betreten. Dies sind ihre Namen und Geschichten.

Silvia Malnati, 26, und Alessandro Merlo, 29, lebten im lombardischen Varese. Sie hatte gerade erst ihren Abschluss in Wirtschaftsmanagement gemacht, wie die italienische Zeitung „La Republicca“ berichtet. „Was immer du tun kannst oder träumst, es zu können, fang damit an!“, zitierte sie aus diesem Anlass Johann Wolfgang von Goethe in einem Social-Media-Posting. Ihre Eltern erfuhren von dem Seilbahn-Absturz aus den Medien. Stundenlang hatten sie versucht, ihre Tochter telefonisch zu erreichen. Vergeblich.

Neuer Lebensabschnitt
Gerade erst mit ihrem Studium in Rom fertig geworden war auch die 27-jährige Serena Costantino aus dem kalabrischen Diamante. Während ihr 23-jähriger iranischer Freund Mohammadreza Shahaisavandi weiterhin in der Hauptstadt studierte, war sie erst kürzlich mit einem Forschungsstipendium im Gepäck nach Verbania am Lago Maggiore gezogen, wo sie ihr Freund am vergangenen Wochenende besuchte. Die Behörden stehen nun vor der schwierigen Aufgabe, Mohammadrezas Familie im Iran über den Tod ihres Sohnes zu informieren.

„Wir fahren mit der Seilbahn hoch“
Ebenfalls unter den Opfern: Angelo Vito Gasparro und Roberta Pistolato aus Castel San Giovanni in der Provingz Piacenza. Sie, Ärztin, hatte an diesem Wochenende mit ihrem fünf Jahre älteren Ehemann, einem Sicherheitsbeamten, ihren 40. Geburtstag mit einem Ausflug auf den Mottarone feiern wollen. Gegen 11 Uhr schrieben sie eine letzte SMS an die Famile: „Wir fahren mit der Seilbahn hoch.“

„Eine riesige Tragödie“
Vittorio Zorloni
(54), seine Frau Elisabetta Persanini (38) und ihr fünfjähriger Sohn Mattia überlebten das Seilbahn-Unglück ebenfalls nicht. Die Familie aus Vedano Olona hatte wie so viele andere nach den langen Monaten des Lockdowns wieder ein Stück Freiheit genießen wollen. „Eine riesige Tragödie, die uns als Vedanesi noch mehr berührt, weil sie eine ganze Familie in unserer Gemeinschaft zerstört hat“, zitierte die Zeitung den Bürgermeister des Ortes.

Nur der Sohn überlebte
Fast komplett ausgelöscht wurde auch die Familie von Amit Biran (30) und Tal Peleg (27). Die beiden waren 2018 für sein Medizinstudium von Israel nach Pavia gezogen, wo auch ihr jüngster Sohn Tom geboren wurde. Sie wurden ebenso in den Tod gerissen wie seine beiden Großeltern, Itshak Cohen (82) und Barbara Cohen Konisky (70), die gerade zu Besuch waren. Der einzige Überlebende: der fünfjährige Sohn des Paares. Er kämpft auf der Intensivstation des Kinderkrankenhauses Regina Margherita in Turin um sein Leben. Noch am Sonntagabend wurde der Kleine wegen mehrerer Knochenbrüche operiert.

Trauer am Pfingstmontag in Kleinstadt
Die Kleinstadt Stresa gedachte am Montag indes der 14 Todesopfer des Seilbahnunglücks. Die Läden der Geschäfte schlossen um 12 Uhr zu Ehren der Verunglückten. Die Glocken schlugen eine Minute lang für jedes der 14 Opfer, die Fahnen in der Stadt wurden auf halbmast gesetzt.

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