18.05.2021 06:00 |

Show mit Publikum

Eurovision Song Contest als Corona-Experiment

Das erste Semifinale des Eurovision Song Contest geht heute Abend vor 3500 Zuschauern in der Rotterdamer Ahoy-Arena über die Bühne (20.15, ORF 1).

Es ist ein weiteres „Field-Experiment“, das die Niederländer im Rahmen des 65. Song Contests in Rotterdam durchziehen. Wurde dieser im letzten Jahr Pandemie-bedingt abgesagt, soll er nun ab heute unter möglichst wenig künstlichen Bedingungen über die Bühne der 16.000 Zuschauer fassenden Ahoy Arena gehen.

3500 Zuschauer in Ahoy-Arena mit dabei
Auch hier soll, wie bereits beim Dance-Festival im Biddinghuizen, getestet werden, wie Großereignisse in Corona-Zeiten stattfinden können. Und so gab das Kulturministerium grünes Licht für 3500 Zuschauer, die live dabei sein können. Diese müssen sich zuvor und fünf Tage nach dem Event testen lassen. Ausländische Fans sind zugelassen, doch aufgrund der Reise- und Coronabeschränkungen sind diese, wie zu erwarten, ausgeblieben.

Künstler und Delegationsmitglieder dürfen sich nur (bis auf wenige Pressetermine) zwischen Hotel und Veranstaltungsort bewegen. Ein Bier am Hafen oder ein Sightseeingbummel auf eigene Faust wird mit sofortiger Quarantäne geahndet. In der Halle gibt es heuer keine Stehplätze vor der Bühne, stattdessen hat man dort den „Green Room“ geparkt.

Australien wird per Video zugespielt
Australiens Beitrag wird heute im 1. Semifinale (die Top 10 kommen ins Finale) per nicht nachbearbeitetem Video zugespielt, da Sängerin Montaigne wegen der Pandemie nicht anreisen wollte. Fällt ein Teilnehmer in Rotterdam Corona-bedingt aus, kommt ebenfalls die Video-Lösung zum Einsatz. „Amen" heißt es auch von slowenischer Seite: Ana Soklics Lied trägt denselben Titel wie Vincent Buenos Song - für den man am Donnerstag die Daumen drücken muss. 

„Dieser ESC ist ein Leuchtturmprojekt“
Als Creative Director betreut Marvin Dietmann in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest sieben Länder - neben dem Österreicher Vincent Bueno auch die Teilnehmer von Zypern, Kroatien, Estland, Tschechien, Bulgarien und Spanien. 2011 nahm die Karriere beim ESC für den 34-jährigen Wiener seinen Lauf - mittlerweile könnte man ihn als den Austro-Export schlechthin bezeichnen, was das künstlerische Gestalten rund um das europäische Wettsingen betrifft.

„Krone“: Dein großes Highlight?
Marvin Dietmann: Der Song Contest mit Conchita. Das war mein Sprungbrett in die internationale Karriere, die ich jetzt leben darf.

Wie ist die aktuelle Stimmung vor Ort, wo wieder 3500 Leute im Publikum mitfiebern dürfen?
Jeder hier wird alle 48 Stunden getestet. Es ist ein Leuchtturmprojekt. Wenn dieses gut funktioniert, kann man in naher Zukunft wieder Produktionen dieser Größe machen. Klar, 3500 Menschen sind nicht die gewohnten 10 bis 15.000 - man wird vielleicht 20 % der Stimmung verlieren, aber diese 3500 Leute im Publikum werden so viel Wind machen, dass die Künstler das spüren werden. Und jedes Feedback, das man vom Publikum bekommt, wirkt sich aus auf die Kandidaten.

Wie schlägt sich Bueno?
Vincent singt phänomenal. Die Bühnen-Performance wird eine minimalistische werden - mit vollem Fokus auf ihn - weil das Thema, das er mit „Amen“ bewältigt, ein hoch emotionalisierendes ist.

Dein Experten-Tipp: Wer hat die meisten Chancen auf den Sieg?
Der Song Contest ist ein unvorhersehbares Pflaster. Alle 39 Länder haben Potenzial. Wir werden erst beim Finale sehen, wer berühren kann.

Stefan Weinberger
Stefan Weinberger
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