26.04.2021 06:10 |

Angst vor Mutation

Landeverbot für Flüge aus Indien soll heute kommen

Zwei Millionen Neuinfektionen in sieben Tagen: In Indien grassiert eine Corona-Variante, die laut Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery „ansteckender und im Krankheitsverlauf schlimmer“ sein dürfte. Als Konsequenz stoppen mehr und mehr Länder den Reiseverkehr mit Indien. Die österreichische Bundesregierung wird heute dem Vernehmen nach ebenfalls ein Landeverbot für Flüge aus Indien verhängen.

Deutschland und Italien versuchen sich ebenfalls mit Einreiseverboten gegen die Einschleppung der indischen Mutation zu wappnen. Wer sich in den zurückliegenden 14 Tagen in Indien aufgehalten hatte, kann nicht mehr einreisen, teilte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza am Sonntag auf Facebook mit. Deutschland erklärte Indien mit Montag zum Virusvariantengebiet, was Einreisen praktisch unmöglich macht. Unterdessen ist in der Schweiz bereits der erste Fall der indischen Variante B.1.617 nachgewiesen worden.

Bisher Landeverbote für Jets aus Südafrika und Brasilien
In Österreich gibt es derzeit Landeverbote für Flugzeuge aus Südafrika und Brasilien. Diese gelten bis zum 2. Mai. Laut Außenministerium gelten derzeit Reisewarnungen für fast alle Staaten der Welt. Davon ausgenommen sind Australien, Island, Neuseeland, Singapur, Südkorea und der Vatikan. Von allen nicht notwendigen Reisen - auch in diese Staaten - rät das Außenministerium in Wien aber weiterhin ab.

Indien hat gut 1,3 Milliarden Einwohner, sodass sich eine vergleichsweise mäßige Sieben-Tage-Inzidenz von rund 132 Fällen pro 100.000 Einwohner ergibt. Das Gesundheitssystem des Schwellenlandes ist aber völlig überlastet. Es fehlt an Betten, antiviralen Medikamenten und medizinischem Sauerstoff. Für die dramatische Lage wird unter anderem die „Doppel-Mutation“ B.1.617 verantwortlich gemacht. Sie trägt zwei Mutationen im Spike-Protein des Virus, mit dem sich der Erreger an menschliche Zellen andockt. Diese könnten möglicherweise zu einer höheren Übertragbarkeit führen.

Selbst Erzrivale Pakistan liefert Beatmungsgeräte
Neben einer Reihe von Staaten bietet selbst Pakistan seinem Erzrivalen die Lieferung medizinischer Güter an. Als eine „Geste der Solidarität“ mit der indischen Bevölkerung wolle man Beatmungsgeräte, digitale Röntgengeräte, Schutzkleidung und andere Ausrüstung bereitstellen, teilte das pakistanische Außenministerium am späten Samstagabend (Ortszeit) mit.

Kronen Zeitung/krone.at

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