12.04.2021 14:17 |

„Höllische Schmerzen“

Wien: Kranker, kleiner Kater in Tasche ausgesetzt

Erneut ist ein Tier in Wien ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen worden: Eine Fußgängerin entdeckte am Sonntag eine auf der Straße abgestellte Tasche, blickte hinein und fand darin ein Kätzchen, offensichtlich krank und kotverschmiert.

Der kleine Kater wird auf etwa sieben Wochen geschätzt und wurde offenbar viel zu früh von seiner Mutter getrennt. Damit jedoch nicht genug, handelt es sich bei dem Tier um eine „Scottish Fold“, eine sogenannte Faltohrkatze - und damit um eine Qualzucht. „Die nach vorn gekippten Ohren sind ein sichtbares Zeichen einer schmerzhaften und unheilbaren Erbkrankheit, welche das Knorpelgewebe und damit die Gelenke des gesamten Körpers betrifft. Das Tier durchlebt höllische Schmerzen, je weiter die Krankheit voranschreitet“, erklärte Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien.

In Österreich sei sowohl die Zucht als auch der Handel mit dieser Qualzucht verboten. Jeder, der Letztere selbst vornimmt, Tiere importiert, kauft, vermittelt, weitergibt oder ausstellt, mache sich strafbar und riskiere hohe Geldstrafen, wurde betont.

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Seien Sie sich darüber bewusst, dass diese Tiere womöglich süß aussehen, aber nur aufgrund unserer Grausamkeit ein Leben lang leiden müssen.

Thomas Benda, Betriebsleiter des TierQuarTiers Wien

„Tiere sind keine Modeaccessoires“
„Wir bitten alle TierfreundInnen das Geschäft mit dem Leid dieser Tiere keinesfalls zu unterstützen. Sie retten diese Tiere nicht, sondern schaffen mit Nachfrage nur ein weiteres Angebot. Seien Sie sich darüber bewusst, dass diese Tiere womöglich süß aussehen, aber nur aufgrund unserer Grausamkeit ein Leben lang leiden müssen. Tiere sind keine Modeaccessoires!“ so Thomas Benda, Betriebsleiter des TierQuarTiers Wien.

Hinweise auf Vorbesitzer erbeten
Der kleine Kater wurde zur Notversorgung in die Veterinärmedizinische Universität Wien gebracht, danach darf er sich im TierQuarTier Wien von den Strapazen erholen. Aktuell sei er nicht zu Vergabe bereit, wurde in der Aussendung betont. Über seine Herkunft kann derzeit nur gerätselt werden. Womöglich sei er ein „Überbleibsel eines illegalen Welpenhandels und konnte aufgrund seiner offensichtlichen Krankheit nicht verkauft werden“, wird vermutet.

Hinweise, auch auf den Vorbesitzer des kleinen Katers, werden an das Fundservice für Haustiere unter der Telefonnummer 01/4000 80 60 erbeten.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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