11.04.2021 16:55 |

Für Wartungsarbeiten

„Alan Kurdi“ darf Hafen nach 6 Monaten verlassen

Das deutsche Hilfsschiff „Alan Kurdi“ darf nach rund sechs Monaten Blockade in Italien wieder vorläufig in See stechen. Ein Gericht auf der Insel Sardinien habe in einer Eilentscheidung festgelegt, dass die „Alan Kurdi“ nicht mehr festgehalten werden dürfe, sondern zu Wartungen nach Spanien fahren dürfe.

„Das ist ein Zwischenerfolg, das Verfahren ist damit noch nicht beendet“, erläuterte Gorden Isler von Sea-Eye. Die Organisation war gegen die Festsetzung des Rettungsschiffs durch die italienische Küstenwache vom 9. Oktober 2020 vorgegangen. Nach einer Anhörung habe das Verwaltungsgericht in Cagliari den Beschluss gefasst. Der Verhandlungstermin in der Hauptsache, wo über die Rechtmäßigkeit der Festsetzung entschieden wird, wurde auf den 3. November 2021 gelegt.

Die Küstenwache hatte die „Alan Kurdi“ nach mehreren Einsätzen zur Rettung von Bootsmigranten in Olbia auf Sardinien gestoppt. Sea-Eye interpretiert dies als Teil einer Strategie der italienischen Behörden. Diese wollten die zivile Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer ausbremsen, so die Organisation.

Die Festsetzung bedeute für Sea-Eye auch eine hohe finanzielle Belastung, da es weiter eine Besatzung auf dem Schiff geben müsse. Wann genau die „Alan Kurdi“ Richtung Spanien auslaufen werde, sei noch nicht sicher.

15.000 Menschen gerettet
Sea-Eye hat nach eigenen Angaben 15.000 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Die Organisation ist auf Spenden angewiesen und wird auch von zahlreichen Prominenten wie etwa „Bergdoktor“ Hans Sigl oder der Rockband Revolverheld unterstützt.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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