26.03.2021 19:00 |

Bewusstlose Fußballer

„Da gibt es leider viel zu viel Wildwuchs“

Zwei bewusstlose Fußballer ohne Fremdeinwirkung binnen zwei Tagen: Für SALK-Primar Josef Niebauer ist das nur die Spitze des Eisbergs!

Ganz Fußball-Österreich stand im Herbst 2019 unter Schock: Bulle Patrick Farkas hatte zwei Tage vorm Elite-Liga-Heimspiel gegen Napoli einen Schlaganfall erlitten. Wie sich später herausstellte, war ein Loch im Herzen dafür verantwortlich.

Am Dienstag eine beunruhigende Nachricht aus Madrid: Atléticos Moussa Dembele war beim Training bewusstlos umgefallen. Mittwoch ereignete sich beim Zweitliga-Spiel zwischen Horn und Young Violetts bei Amro Lasheen ähnliches. Der Horn-Kicker lag gestern noch im Krankenhaus – die Ärzte tappen im Dunkeln.

Die „Krone“ fragte bei Olympia-Stützpunkt-Rif-Sportmediziner Josef Niebauer nach, ob Fußballer einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien. Die gute Nachricht: Sind sie nicht. Die schlechte: „Von solchen Fällen liest man häufig, weil Fußball so populär ist. Auch in anderen Sportarten gibt’s diese Themen, nicht erkannte Erkrankungen können gar zum Tod führen“, erklärt der Mann, der als ehemaliger Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention die Lage kennt.

Laut Niebauer sollte sich jeder (Hobby-)Sportler, der an Wettkämpfen teilnimmt, Ausdauersport betreibt, zumindest einmal im Jahr durchchecken lassen. Etwa am Institut für Sportmedizin des Landes auf der SALK. „Natürlich hat man nie 100-prozentige Gewissheit. Ein Rennwagen wird nach jedem Einsatz total auseinandergebaut. Eine Untersuchung pro Jahr sollte da für die persönliche Gesundheit machbar sein!“

Dabei sind nicht mal in allen Profi-Sportarten einheitliche Vorgaben festgelegt, welche Werte überhaupt überprüft werden sollen: „Da gibt’s leider noch viel zu viel Wildwuchs!“

Valentin Snobe
Valentin Snobe
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