"Mittlerweile sind wir wieder ein bisschen breiter aufgestellt. Wenn's bei einem nicht läuft, kann ein anderer in die Bresche springen", sagte der Salzburger. Der "Eine" ist Team-Leader Walchhofer, die "Anderen" vor allem Klaus Kröll, Mario Scheiber und Hans Grugger, aber auch Georg Streitberger und Romed Baumann.
Das war in den vergangenen fünf Jahren ganz anders. Da lastete - auch durch Verletzungen bedingt - der gesamte Druck auf den Schultern von Walchhofer und mit Abstrichen auf jenen von Kröll. Eine zu große Bürde, wie die vergangene Saison ohne einen einzigen Sieg eindrucksvoll unterstrichen hat. "Die Jungs wissen, was sie können. Aber es kann an Details hapern, dann setzt man sich unter Druck und dann geht alles viel zäher. Da gehen dann Kleinigkeiten nicht mehr so leicht von der Hand", so Evers, der seit 1995 als ÖSV-Trainer arbeitet.
Verkrampfung endgültig gelöst
Der perfekte Saisonstart in Lake Louise (Walchhofer 1., Scheiber 2., Kröll 6.) hat da natürlich dazu beigetragen, die Verkrampfung endgültig zu lösen. "Natürlich ist eine gewisse Erleichterung spürbar, wenn man merkt, dass man einen guten Speed hat und vorne dabei ist", erklärte Evers. Für den Flachauer ist das starke Auftreten seiner Schützlinge kein Zufall. Der Grundstein wurde mit der Wiedereinführung der reinen ÖSV-Abfahrts-Trainingsgruppe gelegt. Diese war unter Toni Giger, dem Vorgänger des jetzigen Herren-Headcoaches Mathias Berthold, aufgelöst worden.
"Jetzt können wir wieder viel gezielter für die Speed-Leute mit Abfahrts-Elementen trainieren. Bis vergangenen Sommer waren immer auch Kombinierer oder Riesentorläufer dabei gewesen, da musste man im Training natürlich Kompromisse eingehen", berichtete Evers über die womöglich entscheidenden Kleinigkeiten im Trainingsalltag. Ganz allgemein empfindet Evers die Arbeit in der noch kurzen Berthold-Ära "einfacher, viele Sachen sind nicht mehr so kompliziert".
Perfekt vorbereitet
Ein weiterer wichtiger Mosaikstein war die perfekte Vorbereitung. Beim Sommertraining in Chile hatten die ÖSV-Abfahrer Wetterglück, auch die Bedingungen danach auf den österreichischen Gletschern ließen fruchtbare Arbeit zu. Und vor den Übersee-Rennen holte man sich schließlich in Vail vier Tage lang bei perfekten Bedingungen den letzten Feinschliff.
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