10-Tonnen-Fels

Bergretter: „Die Situation war schon kritisch“

Als Einsatzkräfte der Bergrettung Gmunden am Samstag nach einer Rettungsbergung zurückkehrten, fiel ihnen auf, dass sich ein großer Felsblock am Steilhang hinter ihrer Einsatzzentrale gelockert hatte. Ein herbeigerufener Geologe erkannte „Gefahr im Verzug“ und ordnete den sofortigen Aufbau eines Schutzwalls an.

„Es war notwendig, hier umgehend Maßnahmen zu setzen“, betont Geologe Günter Moser aus Gmunden, der am späten Samstagnachmittag den etwa zehn Tonnen schweren Felsblock begutachtet hatte. Die Gefahr, dass dieser den Steilhang hinabrollen und in der Einsatzzentrale der örtlichen Bergrettung einschlagen könnte, war akut.

Frost-Tauwechsel
„Dieser Felsblock stand schon länger unter Beobachtung. Durch den Frost-Tauwechsel der vergangenen Tage hat er sich nachweislich bewegt. Daher blieb keine Zeit mehr, abzuwarten - die Schutzbarriere musste errichtet werden“, so der 55-Jährige. „Zum Glück ist in dem Haus auch niemand einquartiert“, sagt Bergrettungschef Bernhard Ebner - siehe Interview unten.

Vorraussichtlich wird gesprengt
Ein 55-Tonnen-Autokran der FF Vöcklabruck wurde angefordert. Mit dem Holztransporter eines privaten Forstunternehmens wurden Baumstämme der Bundesforste zum Bergrettungsgebäude gefahren, per Kran hinter das Haus gehoben und der Schutzwall aufgebaut. Eine vorläufige Sicherungsmaßnahme. „In weiterer Folge muss der Kalksteinblock entfernt werden. Auf welche Weise, wird in den nächsten Tagen entschieden - voraussichtlich muss gesprengt werden“, so Moser.

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Schon vor zwei Jahren war ein kopfgroßer Stein vom Hang gerollt. Als Konsequenz daraus ist hinterm Haus ein Damm aufgeschüttet worden, der dem jetzigen Felsblock leider nicht standhalten könnte.

Geologe Günter Moser aus Gmunden.

„Situation war schon kritisch“
Bernhard Ebner ist Ortsstellenleiter der Bergrettung Gmunden. Er war vor Ort, als die Gefahr eines Felssturzes erkannt wurde.

„Krone“:Ist die Bergrettungszentrale nach den Sicherungsmaßnahmen nun wieder frei zugänglich?
Bernhard Ebner: Wir gehen aktuell nur im Ernstfall ins Haus hinein, halten uns dort sonst aber nicht auf.

„Krone“: Wie ist man daraufgekommen, dass sich der Felsbrocken bewegt hat?
Ebner: Als wir am Samstag nach einem Einsatz zurückgekehrt sind, ist uns die Abrisskante aufgefallen. Die Polizei hat die Gemeinde alarmiert, denn ihr gehört das Gebäude. Dann ist der Geologe geholt worden, um die Lage zu beurteilen.

„Krone“: Er konnte ein Gefährdung nicht ausschließen.
Ebner: Sie Situation war kritisch. Es musste gehandelt werden.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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