Event als Chance?

Medizinexperte: 12-Länder-EM „nicht nur Nachteil“

Fußball International
22.02.2021 15:56
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Eine paneuropäische Fußball-EM ist für den Gesundheitsexperten Daniel Koch unter Corona-Bedingungen auch eine Chance für die Zulassung von Zuschauern zu den Spielen. „Es ist nicht nur ein Nachteil, dass die EURO in verschiedenen Ländern ausgetragen wird“, sagte der medizinische Berater der UEFA am Montag der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die UEFA sei in allen Ländern äußerst professionell aufgestellt. Das helfe. „Am Schluss werden aber die Länder und die Städte entscheiden, was möglich ist und was nicht. Die UEFA muss das mit den Regierungen beurteilen“, erklärte der Mediziner.

Der frühere Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten im Schweizerischen Bundesamt für Gesundheit war Ende Jänner von der UEFA als Berater engagiert worden. Er soll den Verband und die zwölf Gastgeberstädte unterstützen mit dem Ziel, möglichst viele Zuschauer bei geringem Gesundheitsrisiko in die Stadien zu bekommen.

Keine Vorhersagen
Der Experte sieht Vorhersagen für große Ereignisse als schwierig an. „Obwohl ich auf den Sommer hin, ähnlich wie im letzten Jahr, mit einer positiven Entwicklung rechne, bleibt schwer abschätzbar, wie es mit Großveranstaltungen weitergeht“, sagte Koch. Dafür gebe es zwei Gründe: Zum einen sei es fast unmöglich, die epidemiologische Lage wegen der Virus-Mutationen vorauszusehen. Zum anderen sei die Politik ein Problem. „In verschiedenen Ländern mit ganz ähnlichen Lagen sehen wir völlig unterschiedliche politische Maßnahmen. Die politische Stimmung ist ebenso schwer voraussehbar wie die epidemiologische“, erklärte er.

Die Fußball-EM war wegen der Corona-Pandemie von 2020 in dieses Jahr verlegt worden. Das Turnier soll vom 11. Juni bis 11. Juli in England, Italien, Aserbaidschan, Deutschland, Russland, Ungarn, den Niederlanden, Schottland, Irland, Spanien, Rumänien und Dänemark stattfinden. Österreich trifft bei der Endrunde auf Nordmazedonien (13. Juni, Bukarest), die Niederlande (17. Juni, Amsterdam) und die Ukraine (21. Juni, Bukarest).

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