17.02.2021 12:02 |

Kritik am Impfplan

Corona ließ EU-Zustimmung in Österreich sinken

Die Zustimmung der Österreicher zur Europäischen Union ist zwar weiter hoch, im Zuge der Corona-Pandemie aber gesunken - das stellt die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) nach einer Umfrage fest. So sprachen sich 66 Prozent der Befragten im Februar 2021 dafür aus, dass Österreich EU-Mitglied bleibt, im Frühjahr 2020 lag diese Zahl noch bei 73 Prozent. Für Skepsis sorgen die Unklarheiten bei der Beschaffung von Impfstoffen in der EU.

Kritisch beurteilt wird aktuell vor allem die Rolle der EU bei der Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie: Insgesamt 53 Prozent sagten, dass sie „eher nicht“ (28 Prozent) oder „gar nicht“ (25 Prozent) mit den bisherigen Maßnahmen der EU zufrieden seien. Etwas mehr als ein Drittel zeigte sich hingegen „sehr“ (4 Prozent) oder „eher“ (30 Prozent) zufrieden. 13 Prozent antworteten „weiß nicht“ oder machten keine Angabe.

Die Zahl derer, die einen Austritt aus der Gemeinschaft befürworten, stieg zwischen März/April und September 2020 von 13 auf 18 Prozent. Auch im Februar 2021 waren 18 Prozent der 500 österreichweit von market im Auftrag der ÖGfE befragten Personen für einen EU-Austritt.

Impfstoffbeschaffung: Befragte großteils kritisch
Bezüglich des besten Weges zur Beschaffung von Covid-19-Impfstoffen sind die Befragten geteilter Meinung. 42 Prozent glaubten, dass es erfolgversprechender gewesen wäre, wenn jedes EU-Mitgliedsland auf eigene Faust Impfstoffe bestellt hätte. 37 Prozent meinen, dass die gemeinsame Impfstoffbeschaffung über die EU richtig gewesen sei. Etwa ein Fünftel konnte sich zu dieser Frage nicht äußern (21 Prozent „weiß nicht / keine Angabe“).

Mehrheit für EU-Impfnachweis
Positiv hingegen sieht eine Mehrheit der Befragten die Idee eines gemeinsamen EU-Impfnachweises. Die Hälfte der Befragten befürwortete einen Nachweis, aus dem ersichtlich ist, ob eine Person bereits gegen das Corona-Virus geimpft ist. Ein Drittel hielt dies für eine schlechte Idee, 17 Prozent nahmen nicht Stellung.

ÖGfE-Chef: „Gemeinsame Impfstoffbeschaffung richtiger Ansatz“
Paul Schmidt, Generalsekretär der ÖGfE, sieht als Grund für die gestiegene Skepsis, dass kurz nach Weihnachten der Eindruck erweckt worden sei, dass alle Menschen in der EU sofort geimpft werden könnten, während man noch im Herbst stets von einer späteren Impfphase ab Sommer 2021 ausgegangen war. „Umsichtige Kommunikation wäre hier ehrlicher gewesen.“

Bei der Beschaffung von Impfstoffen geht Schmidt davon aus, dass sich der gemeinsame Ansatz letztendlich als der richtige erweisen werde. „In einem internen Wettlauf der Mitgliedsländer um die so ersehnten Impfdosen hätten sich wohl die Großen gegenüber den Kleinen, damit also auch gegenüber Österreich, durchgesetzt“, betonte der ÖGfE-Generalsekretär.

Quelle: APA

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