Nach „Schnabl-Beichte“

NÖ-Landesräte beteuern: „Haben weiße Impf-Weste“

Am Tag nach den Enthüllungen um die Corona-Impfung von Niederösterreichs SP-Landesvize Franz Schnabl beteuert die übrige Landesregierung geschlossen, eine weiße „Impf-Weste“ zu haben. Auch Rücktrittsforderungen wurden laut.

Kleiner Piks mit großer Wirkung: Nach dem „Krone“-Bericht über die „Impf-Beichte“ von Franz Schnabl ging ein Rauschen durch den heimischen Blätterwald. Am 14. Jänner hatte sich der SP-Landesvize ja laut Arbeiter-Samariter-Bund als dessen Präsident die erste Teilimpfung injizieren lassen. „Ich stehe dazu“, äußerte sich Schnabl am Donnerstag via Twitter.

Geschlossenheit in der Landesregierung
Rasch machten auch Gerüchte über weitere Impfungen in der Landesregierung die Runde. Diese bestätigten sich vorerst nicht. Vielmehr zeigten die Landesräte aller Parteien Geschlossenheit und beteuerten: „Wir haben eine weiße Impf-Weste!“

„Mir ist wichtig, dass zuerst alle geimpft werden, die als gefährdete Gruppen gelten und besonderen Schutz benötigen“, meinte etwa Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (VP). „Ich werde mich erst impfen lassen, wenn es der Impfplan vorsieht“, ergänzte Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SP). Was auch die anderen Landesräte so feststellten.

Die Vordrängler-Debatte sorgte aber auch für politischen Zündstoff: Eher zurückhaltend reagierte die VP. „Für uns gilt der Grundsatz, dass wir erst geimpft werden, wenn wir auch an der Reihe sind“, stellte Parteimanager Bernhard Ebner klar.

„Wer Beichte ablegt, muss Buße tun“
Kritischere Töne kamen indes von der FP. Laut Gesundheitssprecherin Ina Aigner sei die Sozialdemokratie in NÖ „am moralischen Tiefpunkt“ angelangt. „Wer eine Beichte ablegt, muss Buße tun“, forderten die Freiheitlichen Schnabl zum Rücktritt auf. „Charakterzüge, die Politiker in Verruf bringen“, ortete Helga Krismer, Landessprecherin der Grünen. „Konform der Impfstrategie“ sei der Vorfall laut den NEOS einzustufen. Diese Strategie sei aber, laut Landessprecherin Indra Collini, „noch auf ihre Effektivität zu überprüfen“.

So freundlich würden das jene knapp 90.000 Senioren im Land, die über 80 Jahre alt sind und sich noch nicht für eine Impfung anmelden konnten, wohl nicht formulieren ...

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