02.12.2010 13:47 |

Klage angedroht

Qantas: Rolls-Royce soll für A380-Fiasko geradestehen

Die A380-Notlandung Anfang November in Singapur könnte ein gerichtliches Nachspiel haben: Die australische Fluggesellschaft Qantas will gegen den britischen Turbinenhersteller Rolls-Royce vorgehen. Sollten keine friedliche Lösung gefunden werden, droht Qantas mit einer Klage. Auch Airbus will Schadenersatz von dem Turbinenhersteller.

Qantas hat bereits erste Schritte beim Bundesgericht Sydney eingeleitet. Sollte eine Einigung zwischen den beiden Unternehmen nicht möglich sein, werde Qantas auch vor einer Klage gegen den Turbinenhersteller nicht haltmachen, hieß es am Donnerstag.

Nach dem schweren Triebwerksschaden des Airbus A380 und der dramatischen Notlandung in Singapur stellten australische Experten für Flugsicherheit ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem bei den Trent-900-Triebwerken einiger A380-Jets fest und warnten vor einem möglichen Baufehler. Die australische Airline und auch andere Fluggesellschaften ließen ihre A380 mit den Trent-Triebwerken von Rolls-Royce daraufhin vorübergehend auf dem Boden.

Triebwerke könnten in Flammen aufgehen
Die Inspektoren der Australischen Verkehrssicherheitsbehörde ATSB erklärten, der gefundene Defekt könne "zu Brüchen aus Materialermüdung sowie Öllecks und anschließenden Ölbränden" in den Triebwerken führen. Die ATSB kündigte an, auch noch weitere Sicherheitstests an den A380-Flugzeugen mit den betreffenden Trent-900-Triebwerken durchzuführen.

Am Wochenende hatte die Fluglinie Qantas erstmals wieder einen ihrer sechs Riesenflieger aufsteigen lassen. Zuvor hatte Konzernchef Alan Joyce angekündigt, dass in der Flotte 16 Triebwerke ausgetauscht würden. Die Probleme haben Qantas bereits Millionen Dollar gekostet.

Airbus fordert Schadenersatz
Die doppelstöckige A380 von Airbus ist das derzeit größte Passagierflugzeug der Welt. Airbus hatte Mitte November erklärt, vom britischen Triebwerkshersteller Schadenersatz zu fordern. "Für die Kosten, die bei Airbus dadurch anfallen, werden wir volle Kompensation verlangen." Der finanzielle Schaden sei erheblich. Konkrete Zahlen hatte der europäische Flugzeughersteller bisher aber nicht genannt.

A380-Maschinen mit Trent-900-Triebwerken sind zurzeit bei drei Fluggesellschaften im Einsatz: neben Qantas bei der deutschen Lufthansa und bei Singapore Airlines. Lufthansa hatte erklärt, als Vorsichtsmaßnahme ein Triebwerk austauschen zu lassen. Singapore Airlines kündigte neue Sicherheitsüberprüfungen ihrer A380-Flotte an, die elf Maschinen umfasst.

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