09.01.2021 09:00 |

Dosis blieb übrig

Sozial-Stadträtin erhielt bereits eine Impfung

Am 27. Dezember 2020 war der offizielle Impfstart in Salzburg. 96 Dosen wurden an Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenwohnhauses in Liefering in der Landeshauptstadt verabreicht. Weil eine Dosis übrig blieb, ließ sich auch Sozialstadträtin Anja Hagenauer eine verabreichen. Das sorgt für heftige Kritik.

Weil aus manchen Ampullen des Biontech-Impfstoffes sechs statt nur fünf Dosen verabreicht werden können und beim symbolischen Start am 27. Dezember 2020 eine Ration übrig blieb, ließ sich Sozial-Stadträtin Anja Hagenauer ebenfalls das Serum verabreichen. „Ich bin ständig in den Seniorenwohnhäusern unterwegs und kann dabei mich schützen und zugleich andere nicht gefährden“, so Hagenauer. In diesem Moment wollte sie nach eigenen Angaben als Vorbild für die Mitarbeiter in den Einrichtungen dienen.

„Die Politik muss sich von Impfskeptikern immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, die Menschen als Versuchskaninchen für die Corona-Impfung zu verwenden“, sagt die Stadträtin und fügt hinzu: „Es ist darum an der Zeit, dass sich Politiker hinstellen und sich impfen lassen. Die vorsichtige Zurückhaltung verstehe ich nicht.“

Neos fordern sogar Hagenauers Rücktritt
Kritik an Hagenauer kommt vor allem von den Neos. Der ehemalige Stadtrat Lukas Rößlhuber fordert die SPÖ-Politikerin zum sofortigen Rücktritt auf: „Sie hat schamlos ihre Position ausgenützt und sich hier einen Vorteil verschafft.“ Der zweite Landtagspräsident und Arzt Sebastian Huber (Neos) stellt sich die Frage, warum Hagenauer nicht schon am 27. Dezember 2020 die Öffentlichkeit darüber informiert hat, denn sie wäre damit die erste geimpfte Politikerin in ganz Österreich gewesen.

 Salzburg-Krone
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