30.12.2020 13:56 |

„Ohne Vertrauen“

Hebein tritt im Jänner als grüne Parteichefin ab

Nach ihrem Ausscheiden aus dem Rathausklub der Wiener Grünen im November zieht sich Birgit Hebein nun in absehbarer Zeit auch von der Parteispitze zurück. Via Facebook kündigte die ehemalige Vizebürgermeisterin am Mittwoch an, im Jänner den Parteivorsitz zurückzulegen. Bereits Ende November verabschiedete sich die 53-Jährige per Videobotschaft von ihren Wählern (siehe oben). Bis spätestens Juni soll die Nachfolge geklärt sein. Grünen-Bundesparteichef Werner Kogler zollte Hebein Anerkennung.

„Liebe Leute, das Jahr neigt sich dem Ende zu und es wird Zeit, von euch und Ihnen als Landesparteivorsitzende der Wiener Grünen Abschied zu nehmen. Ich werde als Konsequenz der Dynamiken und Entscheidungen im Rathausklub, den Parteivorsitz im Jänner zurücklegen. Ohne Vertrauen des Klubs kann ich der Aufgabe nicht gerecht werden, die gesamte Landespartei zu vertreten, das geht nur gemeinsam“, hielt Hebein fest.

Abschiedsvideo mit persönlicher Bilanz
Bereits Ende November zog die 53-Jährige in ihrem Abschiedsvideo eine Bilanz ihrer 17-monatigen Arbeit. Das Video zeigte einige Orte Wiens, die sie als Vizebürgermeisterin und Klimaschutzstadträtin verändert hat. Dazu zählten 3400 neue Bäume entlang von Wiens Straßen, die Umgestaltung von rund 60 Straßen und Plätzen zu „klimafreundlichen und sicheren“ Orten, 800 neue Parkbänke und knapp 30 Radinfrastruktur-Projekte. Auch der umstrittene Gürtel-Pool wurde gezeigt und als „jede Menge neuer Platz ... zum Abkühlen“ bezeichnet.

Das knapp zweiminütige Video endete mit Dankesworten an „alle, die das möglich gemacht haben“. Auf Twitter meinte Hebein: „Gemeinsam konnten wir diese lebens- und liebenswerte Stadt noch ein Stück besser machen. DANKE!“

Grüne flogen aus der Rathauskoalition
Hebein konnte für die Wiener Grünen bei der Wien-Wahl im Oktober zwar das historisch beste Ergebnis für ihre Partei einfahren. Trotzdem flogen die Grünen nach zehn Jahren aus der Koalition mit der SPÖ. Die damalige Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin wurde daraufhin vom Rathausklub mit keiner Funktion mehr betraut.

Hebein verzichtete daraufhin auch auf ihr Gemeinderatsmandat, blieb aber vorerst Parteichefin. Für dieses Amt wurde sie bis Ende 2021 gewählt. Wobei sie bereits im November ankündigte, dieses Amt deutlich früher zurücklegen zu wollen.

Kogler und Stoytchev danken Birgit Hebein
Hebein habe „Wien mit großem Engagement zum Guten verändert und in ganz besonderer Weise gezeigt, was es heißt, die ökologische mit der sozialen Verantwortung zu verbinden“, lobte Kogler die scheidende Wiener Parteichefin. Gemeinsam mit Bundesgeschäftsführerin Angela Stoytchev hielt Kogler fest: „Für deinen Mut und deinen Einsatz für alle Menschen, die in Wien leben, danken wir dir von Herzen, liebe Birgit.“

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