22.12.2020 08:10 |

Vorfälle „erfunden“

Minister dementiert Rattenbisse in Lager Kara Tepe

In Griechenland ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Kinder im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos von Ratten gebissen worden sind. Der griechische Migrationsminister Notis Mitarachi dementierte derartige Berichte, die Vorfälle seien „erfunden“, teilte das Ministerium in Athen am Montag mit.

Es ist schwer vorstellbar, unter welchen Bedingungen Familien im Zeltlager auf der griechischen Insel leben müssen. Beim „Krone“-Lokalaugenschein zeigte sich, dass ganz besonders Kinder sehr unter den Zuständen leiden.

Deutscher Minister: „Babys werden in nassen Zelten von Ratten gebissen“
Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller prangerte vor Kurzem die unmenschlichen Bedingungen an: „Das neue Lager Kara Tepe ist offensichtlich nicht besser - im Gegenteil: Ärzte ohne Grenzen musste jetzt eine Tetanus-Impfaktion starten, weil Babys in nassen Zelten von Ratten gebissen werden“, sagte er zur „Passauer Neuen Presse“.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hatte berichtet, dass sie immer wieder Kinder aus Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln wegen Rattenbissen behandeln müsse. Auf Twitter bestätigte das die Organisation, allerdings konkret für die Insel Samos: „Diese Impfaktion haben wir im Lager #Vathy auf #Samos gestartet, in dem die Menschen sich neben Ratten auch vor Skorpionen und Schlangen fürchten müssen“, heißt es in dem Posting.

Migrationsministerium: Medien „verzerren Realität“
Ärzte ohne Grenzen sei gar nicht im Lager selbst aktiv, sondern arbeite außerhalb, teilte das griechische Migrationsministerium mit. Es sei nicht das erste Mal, dass Medien „die Realität verzerren“ und sich damit absichtlich oder auch unabsichtlich an einer Kampagne gegen Griechenland beteiligten. Es sei bekannt, dass das provisorische Zeltlager nach dem Brand des Lagers Moria im September unter schwierigen Bedingungen innerhalb nur weniger Tage aufgebaut wurde. Vom ersten Tag an und auch weiterhin werde daran gearbeitet, die Situation zu verbessern, hieß es.

Auf Lesbos ist der Zugang zum Lager Kara Tepe für Nichtregierungsorganisationen verboten. Die Behandlungsstation von Ärzte ohne Grenzen befindet sich außerhalb des Lagers.

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