04.12.2020 05:50 |

Hit seit 23 Jahren

Das Geheimnis der Kultkomödie „Single Bells“

Dacapo für „Single Bells“: Warum ist die Satire auch nach 23 Jahren ein Quotenhit in der Weihnachtszeit? Wir fragten bei „Joe“ Erwin Steinhauer nach.

„Krone“: Heute Abend (20.15 Uhr, ORF 2) finden sich wieder Joe, das Luiserl, die Lilibet, Omama Mitzerl & Co. unter dem Christbaum ein, der alle Jahre wieder in Flammen aufgeht. Wie erklären Sie das Phänomen „Single Bells“?
Erwin Steinhauer: Wir handeln darin die Probleme der Familien ab. Das Wunderbare ist, dass hier zwei Milieus aufeinandertreffen: ein kleinbürgerliches und ein bürgerliches. Die Dialoge, die Ulli Schwarzenberger geschrieben hat, und die Bilder vom Xaver Schwarzenberger halten heute noch. Ich kann mich noch genau erinnern, wie das zum ersten Mal auf Sendung gegangen ist. Da haben mich Leute beim Einkaufen angeredet und gesagt: „Hean S’, wieso wissen Sie, wie’s bei uns zugeht?“ Das große Geheimnis ist die Identifikation mit unseren Zusehern: Wir sprechen die Sprache der Menschen und haben die Probleme der Menschen.

Werden Sie heute so wie viele Fans vor dem Fernseher sitzen?
Nein, aber ich habe einen Rundruf mit der Mona Seefried, die meine Frau, das Luiserl, spielt. Sie hat mir eine Aufstellung geschickt: Ab Anfang Dezember werden wir in deutschen und österreichischen Sendern 14-mal wiederholt.

Eine brave „Cashcow“!
Schön wär’s! Wir Schauspieler kriegen nichts dafür, nur einmal in den 90ern die Gage, und jetzt verdienen die Sender. Das ist einmal wichtig zu betonen. Die Leute sagen oft: „Na, du bist eh dauernd im Fernsehen“ - davon haben wir Schauspieler aber nichts!

Wären Sie bei einer Fortsetzung dabei?
Ich habe immer gern, wenn sich Sachen abschließen und neue Türen aufmachen. Aber wir haben z.B. eine wunderbare Geschichte namens „Die Weihnachtsmänner“ eingereicht. Da geht es um ein homosexuelles Paar - der eine ist der Gregor Seberg, der andere bin ich -, das zusammen Weihnachten feiert, und plötzlich kommt eine alte Bekanntschaft von mir, der Fritz Karl, daher und bringt Weihnachten durcheinander.

Das klingt ja köstlich!
Ja, und zeitgemäß! Wir haben bald 2021! Man wird doch etwas dagegen tun können, dass diese Homophobie bei uns immer noch so stark ist. Aber der ORF war nicht bereit, dieser Idee entgegenzutreten, das hat uns sehr geärgert.

Stefan Weinberger, Kronen Zeitung

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