02.12.2020 14:00 |

Neue KFV-Studie

Gefahr: Fußgänger auf ungeregelten Schutzwegen

Eine Studie des Kuratorium für Verkehrssicherheit zeigt: Unfälle auf ungeregelten Schutzwegen sind an der Tagesordnung. Jeder zehnte Fahrzeuglenker nimmt Fußgängern vor ungeregelten Schutzwegen den Vorrang. Das bedeutet, dass täglich rund 400.000 Fahrzeuge Fußgänger nicht bevorrangt queren lassen. Zahlreiche Unfälle passieren jedes Jahr auf ungeregelten Schutzwegen.

5000 Fußgänger-Lenker-Interaktionen hat das KFV beobachtet und dabei festgestellt, dass in 90 Prozent aller Fälle Fußgänger sicher über die Straße gelassen wurden. In zehn Prozent der Fälle aber, beschleunigten die Autofahrer und achteten gar nicht auf die Fußgänger. „Dass dem überwiegenden Großteil der Fußgänger eine Querung an ungeregelten Schutzwegen möglich ist, ist natürlich erfreulich. Berücksichtigt man jedoch, dass dies an und für sich selbstverständlich sein sollte, so ist hier dennoch noch großes Optimierungspotenzial vorhanden“, betont Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsforschung im KFV.

Wer bremst fährt übrigens meist einen Pkw oder Lkw. Motorradfahrer blieben in 16 Prozent der Fälle nicht stehen.

Die Unfallstatistik zeigt, dass es auf Schutzwegen immer wieder zu schweren Unfällen kommt. Insgesamt verletzten sich im Vorjahr 3729 Fußgänger im österreichischen Straßenverkehr, 71 Passanten verunglückten tödlich. 19 Prozent der Unfälle passierten auf ungeregelten Schutzwegen.

„Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit sollten Fußgänger vor der Straßenquerung zu ihrer eigenen Sicherheit besonders achtsam sein. Denn der Begriff Schutzweg bedeutet leider nicht, dass Fußgänger hier immer gut geschützt sind. Bei der Verkehrsplanung muss daher auch immer überprüft werden, ob ein Schutzweg die beste Wahl ist: Wenn etwa die erforderliche Sichtweite nicht gegeben ist oder die Fahrgeschwindigkeiten zu hoch sind, ist die Anbringung eines Schutzweges zu gefährlich. Je nach den spezifischen Gegebenheiten vor Ort bieten sich hier andere Lösungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit an“, betont Robatsch.

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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