26.11.2020 06:00 |

Nach „Krone“-Story

Med Uni-Affäre: Jetzt schaltet sich Minister ein

Großes Echo auf die „Krone“-Story über die Vorgänge an der Med Uni Graz: Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl verspricht Aufklärung und schaltet das Ministerium ein - die FPÖ stellt eine parlamentarische Anfrage. Indes machen auch die Studenten gegen die Zustände mobil.

Die in der „Krone“ von Georg Feigl geäußerten Vorwürfe hatten es in sich: Der langjährige Dozent am Institut für Anatomie sprach von haarsträubenden Fehlern in Vorlesungen und warnte davor, dass die renommierte Med Uni Graz so zur internationalen Lachnummer verkomme. Nach Kritik gegen seinen Vorgesetzten wurde der Grazer im heurigen Frühjahr gekündigt - der Gerichtsprozess ist noch im Laufen.

Dass aber seine Vorwürfe alles andere als haltlos sind, lässt auch ein Schreiben der Hochschülerschaft an der Med Uni (liegt der „Krone“ vor) vermuten: Das Vorsitzteam nimmt dabei Bezug auf ein Gespräch mit dem Lehrstuhlinhaber am Anatomieinstitut - diesem fehle es demnach „grundlegend am Verständnis für den Aufbau und die Grundgedanken unseres Curriculums und den damit einhergehenden Herausforderungen für die Studierenden“. Die Studenten orten Missmanagement und „grundlegende Mängel an der Planung der Kurse“.

Wie Lukas Hosemann, Studierendenvertreter der Junos (Nachwuchsorganisation der Neos) präzisiert, finden die Studenten auf der Anatomie offenbar prekäre Rahmenbedingungen vor: „Es ist unmöglich, eine gute Ausbildung zu erhalten, wenn in Corona-Zeiten zum Beispiel acht bis zehn Studierende an einem einzigen Präparat arbeiten müssen und die Online-Vorlesungen gespickt mit Fehlern sind!“

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Die im Ministerium angesiedelte Ombudsstelle ist bereits mit der Angelegenheit befasst.

Landesrätin Eibinger-Miedl

Auch die Politik ist nun alarmiert
„Die im Raum stehenden Vorwürfe müssen so rasch wie möglich aufgeklärt werden“, stellt Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) klar. Sie hat den Universitätsrat informiert und vom Rektor eine Stellungnahme eingefordert. Außerdem hat sie das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung als für die Uni zuständige Aufsichtsbehörde eingeschaltet. „Die dort angesiedelte Hochschul-Ombudsstelle ist bereits mit der Angelegenheit befasst.“

Die Freiheitlichen orten einen drohenden Schaden für den Universitätsstandort Graz - Nationalratsabgeordneter Hannes Amesbauer wird deshalb eine parlamentarische Anfrage an Minister Heinz Faßmann stellen. „Der Minister muss hier umgehend vermittelnd eingreifen. Schließlich gilt es den Verlust anerkannter Lehrender und eine nachhaltig angespannte Stimmung zulasten der Studierenden unbedingt zu vermeiden.“

Rektor Hellmut Samonigg, der wiederholt sämtliche Aussagen Georg Feigls zurückweist, nimmt Stellung: Bereits seit Beginn der Covid-19-Krise erfolge ein wöchentlicher Austausch zwischen dem Rektorat und der ÖH Med Graz. Dabei wurde auch „regelmäßig die bestmögliche Umsetzung der anatomischen Lehre besprochen, um das Lehrangebot unter Pandemiebedingungen zu ermöglichen“.

Marcus Stoimaier
Marcus Stoimaier
Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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