„Will mich empfehlen“

Adrian Grbic: Das ist Österreichs neuer Torgarant

Drei Tore in drei November-Länderspielen. Adrian Grbic hat seinen Wert für das österreichische Fußball-Nationalteam in diesem Herbst eindrucksvoll bewiesen. Vier Treffer hat der 24-Jährige nach sieben Einsätzen für Österreich zu Buche stehen. Dem Siegestor gegen Nordirland (2:1) ließ er am Mittwoch erneut als Joker den Ausgleich gegen Norwegen (1:1) folgen, mit dem der Gruppensieg in der Nations League fixiert wurde.

Grbic hofft damit auch in den Planungen von Teamchef Franco Foda für das kommende EM-Jahr eine wichtige Rolle zu spielen. „Ich denke, ich habe mich im letzten Jahr sehr gut entwickelt“, meinte der Frankreich-Legionär. „Ich werde dranbleiben und immer weiter hart an mir arbeiten. Ich werde mein Bestes geben, um mich für weitere Aufgaben zu empfehlen.“

Lehrjahre bei Rapid und Stuttgart
Grbic hat kroatische Wurzeln, ein Wechsel zum kroatischen Verband stand jedoch nie zur Debatte. „Ich habe ab der U15 für alle österreichischen Nachwuchs-Nationalteams gespielt, daher war es klar, dass ich dann auch für das österreichische A-Team spielen werde“, sagte der 24-Jährige.

Noch als Teenager wechselte Grbic von Rapid zu Stuttgart. Nach Zwischenstationen beim FAC und Altach gelang ab 2019 beim französischen Zweitligisten Clermont Foot der Durchbruch. „Dort habe ich meinen Stürmer-Instinkt gefunden und Tore gemacht.“ Der Lohn war ein Zehn-Millionen-Euro-Transfer in die Ligue 1 zu Lorient.

Newcomer des Jahres
Danach wurde erstmals ins A-Team einberufen worden. „Jetzt haben wir November und ich habe bereits mein viertes Tor gemacht“, sagte Grbic. So richtig realisiert habe er es noch nicht, nun in drei Länderspielen in Folge getroffen zu haben. „Ich freue mich für die Mannschaft, dass wir den ersten Platz geschafft haben. Ich hoffe, es geht so weiter.“

Foda setzte Grbic bisher fast immer als Wechselspieler ein. Einzig im Test im Oktober gegen Griechenland (2:1) spielte er von Beginn an. „Grbic ist ein Spieler, der sofort da ist, wenn er reinkommt, der sehr präsent ist“, erklärte der Teamchef. „Adrian macht es im Moment sehr gut.“ Auch bei Lorient fand sich der ÖFB-Stürmer zuletzt hauptsächlich in der Jokerrolle. In zehn Ligaspielen hält er bei zwei Saisontoren. Foda hofft: „Vielleicht kommt er durch seine Erfolgsquote beim Nationalteam regelmäßiger zum Spielen:“

„Da wollten wir hin“
Lorient liegt als Tabellen-17. nur knapp vor der Abstiegszone, am Sonntag geht es auswärts gegen den Tabellenzweiten Lille. Mit großen Namen will es Grbic künftig auch im Nationalteam zu tun bekommen. Die Bedeutung des Aufstieges in die Nations-League-Liga A sei entsprechend groß. „Für uns alle und für den österreichischen Fußball ist es ganz wichtig, dass wir uns mit den Topnationen messen können“, betonte Grbic. „Da spielen die Besten der Besten mit. Da wollten wir hin, da sind wir jetzt, und da werden wir alles geben.“

Das wog für ihn auch die schwache Leistung gegen Norwegens Notelf auf. „Wenn man Erster wird, tut das immer gut. Wir hatten in diesem Spiel zu viele Eigenfehler“, meinte Österreichs Torschütze. „In zwei oder drei Wochen - oder ein bisschen später - fragt aber keiner mehr, wie der Gruppensieg zustande gekommen ist. Im Endeffekt zählen die Punkte, die haben wir geholt.“

Er selbst glänzte wie bereits gegen Nordirland im Finish an der Seite von Marko Arnautovic. Der China-Legionär, mit dem ihn eine ähnliche fußballerische Grundausbildung auf Wiens Straßenplätzen verbindet, liegt in der Rangordnung der ÖFB-Angreifer aber noch deutlich vor ihm. Solange Foda auf einen zentralen Stürmer setzt, dürfte sich der Ex-Altacher hinter Arnautovic anstellen müssen. Grbic: „Ob ich jetzt von der Bank komme oder von Anfang an spiele - ich will als Stürmer immer meine Tore machen.“ Das hat er im ÖFB-Team zuletzt regelmäßig getan.

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