18.11.2020 21:00 |

#brennpunkt-Talk

Kurz: „Massentests können dritte Welle verhindern“

Österreich bleibt wieder zu Hause, und das bedeutet auch für Katia Wagner und ihre Talkgäste, wieder auf digitalem Wege zu kommunizieren. Für die neueste, etwas andere Ausgabe von #brennpunkt stellten sich Bundeskanzler Sebastian Kurz, Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Bildungsminister Heinz Faßmann über Skype den zahlreichen Userfragen zum zweiten Lockdown.

„Das soziale Leben hat sich beruhigt“, zeigt sich Kurz durchaus zufrieden mit den ersten Tagen des Lockdowns und ruft gleichzeitig dazu auf „durchzuhalten“. Nach anfänglichen Uneinigkeiten mit anderen politischen Entscheidungsträgern, wann die endgültige Notbremse gezogen werden müsste, sei er froh, dass die Menschen sich jetzt zum Großteil daran halten.

Kurz: „Massentests können dritte Welle verhindern
„Wie freiwillig ist der ,freiwillige‘ Massentest?“, fragte einer der User den Bundeskanzler. Diese Tests würden in jedem Fall freiwillig bleiben, können aber dadurch auch „keine absolute Sicherheit“ bieten, gesteht der Kanzler. Der Plan, die ganze Bevölkerung nach slowakischem Modell durchzutesten, soll schon bald umgesetzt werden: „Man kann damit erreichen, Zehntausende Infizierte herauszufinden, die es selbst gar nicht wissen.“ Das wiederum würde dazu führen, dass jene Menschen keine anderen mehr anstecken können. Je mehr Menschen aber mitmachen, desto mehr Infizierte könne man „herausfischen“ und so eventuell eine dritte Welle verhindert werden. Außerdem betont Kurz, dass Massentestungen öfter als einmal durchgeführt werden müssten, um die Sicherheit zu gewährleisten.

„Bleibe bei Prognose für Normalität im Sommer“
Auch bei den geplanten Impfungen war das Interesse der Leser groß. Diese sollen im ersten Quartal 2021 anlaufen. Auch hier meint Kurz, dass diese so wie die Massentests freiwillig bleiben werden. Es bleibt aber abzuwarten, wann genau und in welcher Menge Österreich Zugriff auf die Impfstoffe haben wird. Bis ein Großteil der Menschen durchgeimpft sein wird, können Monate vergehen, da vor allem vulnerable Gruppen und Mitarbeiter im Gesundheitsbereich hier Vorrang haben werden: „Meine Prognose, dass wir bis zum Sommer zur Normalität zurückkehren werden, bei der bleibe ich.“

Schramböck: „Ansturm auf Geschäfte war nicht vernünftig“
Die Bearbeitung der „Zigtausenden Anträge“ für den Umsatzersatz der betroffenen Betriebe sei in vollem Gange, so die Wirtschaftsministerin. Viele der krone.at-User fragen sich aber auch, wie es nach dem 6. Dezember weitergeht. Ein erneutes Aufsperren, um das Weihnachtsgeschäft zu retten, hänge jetzt „ganz vom Verhalten der Bevölkerung“ ab. Auch die vom Bundeskanzler angekündigten Massentests könnten viel zur Sicherheit für die Betriebe beitragen.

Am letzten Einkaufssamstag vor dem Lockdown haben manche Handelsketten mit Rabattaktionen für einen regelrechten Ansturm auf die Geschäfte gesorgt. Schramböck zeigt einerseits Verständnis für die Unternehmen und Kunden, die hier nochmal die Möglichkeit gesucht hätten. Langfristig gesehen würden Aktionen wie diese aber nur dem Wirtschaftsstandort schaden: „Angesichts der Infektionslage sollte jeder darüber nachdenken, ob das in so einer Situation wirklich vernünftig ist.“

Faßmann verteidigt Schulschließungen
„Etwa 15 Prozent aller Schüler sind im Moment vor Ort und erfahren Betreuung und Hilfe beim Lernen“, so Faßmann über die stark umstrittenen Schulmaßnahmen. Einen „stillen Protest“ vieler Eltern sieht er angesichts der doch sehr hohen Anzahl an Kindern aber nicht: „Manche Eltern haben keinen Resturlaub mehr oder müssen erwerbstätig sein, dahingehend ist die Regelung, die wir getroffen haben, eine gute.“ Der Bildungsminister betonte erneut, dass die Schulen für Kinder mit Betreuungsproblemen und Lernschwächen offen stehen: „Wir wollen damit ein Öffnen der Bildungsschere verhindern, wie es vielleicht im ersten Lockdown der Fall war.“

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