„Stopplicht“-Kolumne

Sehnsucht nach guter Nachricht in Tagen wie diesen

Fußball National
06.11.2020 07:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Lasst uns endlich aufwachen! Bitte! Aus diesem Albtraum, der täglich, ja minütlich schlimmer zu werden scheint. Terror in Wien. Ausschreitungen in den USA. Corona sowieso. Seit Monaten. Mit all der Verwirrung.

Rapid musste gestern beim 4:3 genau wie am Dienstag Salzburg vor komplett leeren Rängen spielen. Aber in Ungarn, das am Mittwoch sogar den Gefahrennotstand ausgerufen hatte, saßen in der Champions League beim 1:4 von Ferencváros Budapest gegen Juventus 20.000 Menschen im Puskas-Stadion. Wer soll das alles noch verstehen? Wo wir doch seit Jahren in einer Europäischen Union leben, in der uns so viele Dinge vorgegeben werden. So viel bestimmt wird von den Mächtigen in Brüssel.

Aber ausgerechnet bei Corona, dieser alles vernichtenden Seuche, gibt es keine gemeinsamen Regeln. Keine generell gültigen Richtlinien. Und so sehnt man sich täglich mehr nach der guten Nachricht. Nach positiven Dingen. Wie das gestrige Telefonat mit Leo Windtner (unten im Bild), dem Präsidenten des Fußballbundes. „Ich wollte dir nur sagen, dass das alles endgültig vom Tisch ist“, meinte er da.

Das alles? 2017 war er wegen einer 100.000-Euro-Spende des Welt-Fußballverbandes ins Visier der Ermittler geraten. Das Geld kam damals einem Nachwuchsprojekt in Afrika zugute. Der Korruptionsverdacht war natürlich von Anfang an lächerlich gewesen. Gestreut von Vernaderern. Die leider gerade in Corona-Zeiten allerorts noch mehr zu finden sind.

Anschuldigungen haltlos
Auch wenn Anschuldigungen völlig haltlos sind. Wie eben im Falle von Windtner. Was er jetzt auch schwarz auf weiß in seinen Händen hat. In Form eines zwölfseitigen Schreibens der österreichischen Korruptionsstaatsanwaltschaft, das ihm völlige Unschuld bescheinigt.

Man kann das gerade zu diesem Zeitpunkt auch als gewisse Belohnung erachten. Für seinen von Anfang an ebenso aufopfernden wie perfekt geführten Kampf im Umgang mit dieser leider endlos erscheinenden Virus-Krise. Seinen Kampf für den Fußballsport. Den er leider trotzdem nicht wirklich gewonnen hat, weil der gesamte Amateurbereich ebenso wie große Teile des Nachwuchses eingestellt sind.

Aber wer kann schon wirklich gewinnen? In so schrecklichen Tagen wie diesen.

Peter Frauneder, Kronen Zeitung

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