GP von Südkorea

Alonso nach Sieg neuer WM-Leader, beide Red Bull out

Sport
24.10.2010 11:05
Ferrari-Pilot Fernando Alonso hat am Sonntag mit einem Triumph beim Grand Prix in Südkorea die Führung in der Formel-1-WM übernommen. Der Spanier siegte im von Regen beeinträchtigten Chaos-Rennen nach 55 Runden vor dem Engländer Lewis Hamilton sowie seinem brasilianischen Teamkollegen Felipe Massa. Für Red Bull endete die Korea-Premiere nach der Dominanz im Qualifying mit einem Doppelausfall-Desaster.

Alonso gewann trotz Boxen-Panne und führt nun zwei Rennen vor Schluss mit 231 Punkten vor Webber (220) und dem englischen McLaren-Piloten Lewis Hamilton (210), der in Yeongam Zweiter wurde. Vettel ist mit schon 25 Punkten Rückstand nur noch WM-Vierter.

Rennen hinter Safety Car gestartet
Die Formel-1-Premiere in Südkorea begann nach einer bunten Eröffnungsshow vor den Augen des Premierministers mit einem Crash im Rahmenrennen. Während Tausende Zuschauer noch im Anreise-Stau steckten, wurde auf dem Korean International Circuit wegen des seit der Nacht anhaltenden Regens mit zehnminütiger Verspätung - wie von Red Bull wegen der Nachteile auf den schnellen Geraden durchaus begrüßt - hinter dem Safety Car gestartet.

Für die "Bullen" wäre es wohl besser gewesen, wenn man das Rennen auch im "Gänsemarsch" beendet hätte. Zunächst aber wurde nur drei Runden später, als die Pflicht für eine eventuelle Wertung mit halben Punkten erfüllt worden war, wegen "unfahrbarer" Zustände wieder abgebrochen. Erst eine Stunde später wagte man wieder hinter dem Safety Car den zweiten Versuch.

Webber fährt Boliden in die Mauer
Doch erst nach 17 Runden wurde das Rennen um 16:41 Uhr Ortszeit und damit zu einem Zeitpunkt, als der Sieger bei regulärem Verlauf schon längst bekannt gewesen wäre, endlich freigegeben. Zunächst nur für zwei Runden, denn dann crashte der auf Platz zwei liegende Webber in die Mauer und riss dabei auch noch den Deutschen Nico Rosberg im Williams mit.

Durch die neuerliche Safety-Car-Phase war auch Vettels Vorsprung wieder dahin. Der bereits über acht Sekunden zurückgelegene Alonso befand sich plötzlich wieder direkt hinter dem Deutschen. Dass er durch das Webber-Out zu diesem Zeitpunkt rechnerisch aber WM-Führender war, ließ sich Vettel nicht anmerken. Schnell baute er nach dem Restart seine Führung wieder sukzessive aus.

Als Vettel und Alonso auf Intermediates wechselten, gab es am Ferrari des Spaniers Probleme mit einer Radmutter, weshalb er Platz zwei an Hamilton verlor. Der Engländer verbremste sich aber dann gleich in der ersten Kurve und musste Glückskind Alonso wieder passieren lassen.

Vettel-Aus nach kapitalem Motorschaden
Am Ende blieb es Vettel, der seine größten Erfolge (jeweils 1. Sieg für Toro Rosso und Red Bull Racing) im Regen herausgefahren hatte, trotz einer fehlerlosen Leistung versagt, Michael Schumacher endgültig als "Regengott" abzulösen. Während sein 41-jähriger Landsmann im Mercedes GP als Vierter sein bestes Saisonergebnis egalisierte, verlor Vettels Triebwerk im Finish zunächst eine Zylinderreihe und ging dann ganz aus.

So "erbte" in der hereinbrechenden Dunkelheit mit Alonso der von Gerhard Berger kürzlich als bester Fahrer der WM-Kandidaten bezeichnete Pilot den ersten GP-Sieg in Korea, seinen insgesamt 26. "Es war extrem heute. Aber es war eines der besten Rennen für uns in diesem Jahr. Es ist fantastisch", freute sich der Spanier auch über Platz drei für seinen brasilianischen Teamkollegen Felipe Massa, blieb aber sonst nach seinem bereits dritten Sieg in den jüngsten vier Rennen gelassen. "In der WM hat sich nicht viel geändert. Heute hatten die beiden Red Bull Pech, Konstanz ist und bleibt der Schlüssel zum WM-Titel."

Hängende Köpfe bei Red Bull
Bei Red Bull dominierten zunächst natürlich die hängenden Köpfe, nachdem dem ersten punktlosen Saisonrennen. "Bis zum Ausfall ist es perfekt gelaufen. Aber ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich habe alles richtig gemacht", meinte Vettel. Sein Teamchef Christian Horner gestand bitter enttäuscht: "Was ich mir heute gedacht habe, sollte man besser nicht übersetzen." Webber ärgerte sich dagegen über sich selbst. "Das war eindeutig mein Fehler. Aber es war auch erst mein zweiter Ausfall und ich kann noch immer Weltmeister werden", meinte der Australier.

Ergebnis des GP von Südkorea:

Rang

Fahrer

Team

Rückstand

1.

Fernando Alonso

Ferrari

2.

Lewis Hamilton

McLaren

+14.9 Sekunden

3.

Felipe Massa

Ferrari

+30.8

4.

Michael Schumacher

Mercedes GP

+39.6

5.

Robert Kubica

Renault

+47.7

6.

Vitantonio Liuzzi

Force India

+53.5

7.

Rubens Barrichello

Williams

+1:09.2 Minuten

8.

Kamui Kobayashi

BMW Sauber

+1:17.8

9.

Nick Heidfeld

BMW Sauber

+1:20.1

10.

Nico Hülkenberg

Williams

+1:20.8

11.

Jaime Alguersuari

Toro Rosso

+1:24.1

12.

Jenson Button

McLaren

+1:29.9

13.

Heikki Kovalainen

Lotus

+1 Runde

14.

Bruno Senna

HRT

+2 Runden

15.

Sakon Yamamoto

HRT

+2 Runden

Ausgeschieden: Sebastian Vettel (Red Bull), Mark Webber (Red Bull), Nico Rosberg (Mercedes GP), Vitaly Petrov (Renault), Sebastien Buemi (Toro Rosso), Timo Glock (Virgin), Lucas di Grassi (Virgin), Jarno Trulli (Lotus)

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(Bild: KMM)



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