Worte des Erzbischofs:

„Die Krise macht unsere Sicherheiten brüchig“

Salzburg
02.11.2020 07:00
Porträt von Salzburg-Krone
Von Salzburg-Krone
Ungewöhnlich wie still und besinnlich dieses Allerheiligen auf den Friedhöfen gefeiert wurde: Corona bringt auch die Grundfeste unseres Glaubens ins Wanken. Nach streng reglementierten Osterfesttagen warf die Pandemie jetzt auch Schatten auf Allerheiligen. Erzbischof Franz Lackner bat im Dom um Demut.

Statt traditioneller Treffen war an den Gräbern höchstens eine Reise ins tiefste Innere möglich. Abstände konnten problemlos eingehalten werden. Erinnerungen an liebe Verstorbene wurden im Stillen wach. Und es kamen sorgenvolle Gedanken an die Pandemie auf: Was nimmt uns diese Krise noch? Es geht um Besinnung auf zentrale Werte.

 Keinen Anlass für eine familiäre Zusammenkunft zu bieten, war in den Pfarren oberstes Gebot. Man suchte Alternativen und fand sie auch. Wie in den „Stationen zum Sonnengesang des Heiligen Franziskus“ an kirchlichen Plätzen in Saalfelden, die anstelle des Festes der 1000 Lichter aufgebaut wurden. „Der Weg durch ein Labyrinth lädt ein, an kostbare Augenblicke zu denken“, so Pastoralassistent Herbert Berndl. Auch besinnliche Musik und Kerzenschein prägen das stimmungsvolle Bild bis zum Allerseelen-Tag. Gesegnet wurden die Gräber ohne Publikum: „Viele Angehörige haben selbst Weihwasser aufgefüllt“, so Zells Stadtpfarrer Christian Schreilechner.

Erzbischof mahnt in der Krise Demut ein 
Erzbischof Franz Lackner griff bei seiner Allerheiligen-Predigt im Salzburger Dom vor dem neuerlichen Lockdown die schwierige Lage auf, rief zur stärkeren Besinnung auf die verdeckte innere Armut und Hilfsbedürftigkeit auf. Lackner hinterfragt in der Pandemie den Stolz auf Reichtum, Können und unser Gesundheitssystem. Man sei es gewöhnt, im christlichen Abendland aus dem Vollen zu schöpfen, doch die Sicherheiten seien jetzt brüchig geworden, so der Oberhirte.

Der Erzbischof regte an, sich zu fragen, was den „Heiligen unserer Tage“ ausmachen würde. Der Heilige werde vom „Arm sein vor Gott“ beseelt sein.

Zu Allerseelen wird heute, Montag, an alle verstorbenen Gläubigen und ihrer Seelen gedacht.

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