22.10.2020 15:52 |

Goldene Morgenröte

Hohe Haftstrafen für Chefs der Neonazi-Partei

Ein Großteil der Führungsspitze der bereits aufgelösten Neonazi-Partei Goldene Morgenröte muss für mehrere Jahre ins Gefängnis. Am Donnerstag veründete ein Athener Gericht die Urteile. So muss Gründer und Parteiführer Nikolaos Michaloliakos wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung für 13 Jahren hinter Gitter.

In Haft müssen insgesamt 38 von 50 Verurteilten - darunter Führungskader, Parlamentarier und weitere Parteimitglieder. Einige von ihnen stehen schon seit Jahren unter Hausarrest. Michaloliakos meldete sich vor seinem Athener Wohnort gegenüber Journalisten zu Wort: „Ich bin stolz, dass sie mich wegen meiner Ideen ins Gefängnis bringen“, sagte er. Eines Tages werde man sich für diese Entscheidung schämen, die Partei werde Recht bekommen „von der Geschichte und vom Volk“.

Gründer spricht von politischer Verschwörung
Der verurteilte Parteichef hatte von dem Prozess stets als politische Verschwörung gesprochen und betont, er sei kein Nazi, sondern Nationalist. Vor und nach seiner Festnahme 2013 hatte er jedoch vor laufenden Kameras immer wieder auf griechisch „Sieg Heil“ gerufen. Die Flagge der Partei, das antike Symbol des Mäanders, erinnert an die Hakenkreuzfahnen im Dritten Reich.

Die Goldene Morgenröte war jahrelang im griechischen Parlament vertreten. Während der schweren Finanzkrise des Landes war sie sogar drittstärkste Kraft. Bei der Wahl 2019 scheiterte sie aber an der Drei-Prozent-Klausel.

Mord an Rapper löste Ermittlungen aus
Auslöser des Verfahrens gegen die Partei war der Tod eines linken Musikers, der 2013 von einem Anhänger der Goldenen Morgenröte erstochen worden war. Der Täter gestand und sitzt eine lebenslange Haftstrafe ab. Auf die Tat folgten Hausdurchsuchungen und Ermittlungen gegen die Parteispitze sowie zahlreiche Funktionäre wegen weiterer Vergehen, darunter Waffenbesitz und Bildung einer kriminellen Vereinigung.

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